Wohnfläche

Die wahre Größe der neuen Immobilie

Die volle oder teilweise Anrechnung von Balkon oder Galeriefläche kann standortbedingt variieren

Ob sich eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage rechnet, hängt letztlich vom konkreten Objekt ab. Für langfristig orientierte Anleger mit relativ hohem Einkommensteuersatz kann sich die Vermietung durchaus lohnen. Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass der Quadratmeterpreis des Objektes hinsichtlich des Mietzinses nicht immer eindeutig ist. Zum Beispiel kann die Frage, wie groß eine Dachgeschosswohnung ist, nicht so einfach beantwortet werden. Entscheidend ist, nach welchen Kriterien die Wohnflächen ermittelt werden müssen, erklärt der Deutsche Mieterbund (DMB) in Berlin. Wurde der Mietvertrag vor dem 1. Januar 2004 abgeschlossen, gilt die sogenannte II. Berechnungsverordnung. Bei Vertragsabschlüssen ab dem 1. Januar 2004 ist die Wohnflächenverordnung maßgeblich.

Die Vorschriften dieser beiden Verordnungen unterscheiden sich nur geringfügig. Praktisch wirken sie sich nur bei der Berechnung der Balkon- oder Terrassenflächen aus. Sie werden heute mit einem Viertel ihrer Fläche berücksichtigt, höchstens zur Hälfte. Vor 2004 wurden sie in der Regel mit der Hälfte berücksichtigt.

Bei der Ermittlung der eigentlichen Wohnfläche werden auf jeden Fall die Grundflächen voll angerechnet. Bei Wandschrägen in Dachgeschosswohnungen zählen aber Raumteile mit einer Höhe von weniger als einem Meter nicht mit. Raumteile zwischen einem und zwei Metern Höhe zählen zur Hälfte mit. Erst ab zwei Metern werden die Raumteile bei der Fläche ganz angerechnet.

Allerdings können Mieter und Vermieter auch Abweichendes vereinbaren, zum Beispiel dass die Grundfläche einer Dachterrasse vollständig berücksichtigt oder ein Galeriegeschoss voll angerechnet wird. Das Gleiche gilt, wenn eine bestimmte Anrechnung von Flächen am Standort der Immobilie üblich ist, zum Beispiel Balkonflächen immer halb angerechnet werden.