Gastkolumne

Weg mit dem alten Sofa

Fast hätte man es schon vergessen, das verschlissene Sofa, das plötzlich im Gemeinschaftsgarten lag.

Erst stand es bei den Mülltonnen. Ein paar Tage später, durch den Regen durchnässt und dreckig, lag es dann auf der Grünfläche herum. Bis es weg war.

Die Erinnerung an das olle Möbelstück kommt zeitgleich mit der Hausgeldabrechnung zurück. Denn darin ist der Posten Sperrmüllentsorgung aufgelistet. Dabei war es gar nicht das eigene Sofa! Dennoch: Die Beseitigung des Möbels, jetzt Sperrgut, musste von irgendjemandem bezahlt werden. Also im Zweifelsfall von allen. Somit handelt es sich um ein doppeltes Ärgernis: Erst der unschöne Anblick, dann die Kosten in der Hausgeldabrechnung.

Wenn man Glück hat, weiß man, wer's war. Lässt sich der Verursacher ermitteln, besteht die Möglichkeit, diesen dafür zur Verantwortung zu ziehen. In der Regel ist dies jedoch eher nicht der Fall. Dann bleibt dem Verwalter keine andere Möglichkeit, als ein Entsorgungsunternehmen mit der Beseitigung des Sperrmülls zu beauftragen. Die Kosten müssen dann alle Eigentümer gemeinschaftlich tragen.

Doch werden nicht nur die Müllpätze "zugemüllt", auch das Gemeinschaftseigentum innerhalb des Hauses ist häufig betroffen. Unter der Kellertreppe oder auf dem Speicher finden sich Dinge, von denen schon lange niemand mehr weiß, wem sie gehören. Oder gehörten, denn manchmal wurden sie auch beim Auszug einfach "vergessen". Auch in Fahrradkellern lehnen verkehrsuntüchtige Drahtesel, die keiner mehr will. Irgendwann muss das alles entsorgt werden. Kostenpflichtig - für alle Mitglieder der Eigentümergemeinschaft.

Es wäre ein leichtes, diese Kosten zu vermeiden, wenn sich jeder selbst um sein Gerümpel kümmern würde. So können Privatpersonen Sperrmüll bis zwei Kubikmeter unentgeltlich auf den Recyclinghöfen abgeben. Gegen eine Gebühr holen die BSR oder andere Entsorgungsunternehmen den Sperrmüll auch ab. Die Verwaltung gibt gerne Rat und Hilfe zur Abholung - lieber als im Nachhinein ein Entsorgungsunternehmen zu beauftragen. Denn jeder will doch eine müllfreie Zone rund um seine Wohnung.

Andrea Weickardt ist WEG-Expertin der Strabag RPS (eh. BWG), einem der größten WEG-Verwalter Berlins

Nächste Woche: Was bedeutet die neue Trinkwasserverordnung?