Immobilien

Sachwerte bleiben 2013 weiterhin hoch im Kurs

Deutsche Immobilienmärkte in ordentlicher Verfassung

- Gut vermietete Bürotürme, Shopping Center und Hotels werden in Deutschland auch 2013 im Fokus der Profi-Investoren aus dem In- und Ausland stehen. Doch das Angebot an sogenannten Core-Immobilien ist begrenzt. Beim Preis wird intensiver verhandelt, Banken verlangen mehr Sicherheiten, berichtet der Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle. Deutschland-Chef Frank Pörschke betont, es gebe auch keine anderen Alternativen. "Die Bewertung von anderen, vermeintlich risikolosen Anlagen erfolgt heute anders als vor einigen Jahren." Die Risikoprämie, die zusätzliche Rendite von Immobilienanlagen gegenüber den sogenannten risikolosen Staatsanleihen, sei selten höher als heute. Das historisch niedrige Zinsniveau werde aller Voraussicht nach über Jahre andauern. Die höhere Inflation bleibe latent ein Thema, weshalb "alle Sachwerte hoch im Kurs bleiben".

Die Transaktionen mit gewerblichen Immobilien sei 2012 zwar um sechs Prozent auf rund 22 Milliarden Euro zurückgegangen, doch das sei dem Mangel an geeigneten Objekte geschuldet, sagt Pörschke. Dagegen ist der Umsatz mit Büroimmobilien deutlich angestiegen, weil mehr Objekte verfügbar waren. Bei Spitzenimmobilien herrsche ein scharfer Wettbewerb unter den Käufern, sagt Pörschke. Die Verkäufer seien angesichts der Buchwerte auch nicht zu Preisabschlägen bereit.

Der Anteil ausländischer Investoren sei mit 40 Prozent stabil geblieben, berichtet der Deutschland-Chef von Jones Lang LaSalle. Wenn die Käufer von außerhalb Europas kämen, würden sie sich eher für London und Paris interessieren. Die föderale Struktur Deutschlands mit einer Mehrzahl größerer Städte ohne klar dominierende Metropole sei für sie ungewohnt. Pörschke schlägt deshalb vor, "Deutschland als eine einzige Metropolregion mit einzelnen Submärkten zu betrachten". Wenn ausländische Investoren in Deutschland aktiv werden, dann häufig mit großen Volumina. Die drei größten Transaktionen im zu Ende gehenden Jahr mit insgesamt 2,4 Milliarden Euro hätten Käufer aus den USA, Norwegen und Frankreich realisiert.

Besonders dynamisch hat sich der Wohn-Investmentmarkt 2012 entwickelt. Für mehr als zehn Milliarden Euro wechselten Wohnungspakete mit 190.000 Einheiten den Besitzer. Das sei ein Zuwachs von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewesen. Die Büromärkte hätten sich dagegen in den sieben größten Städten leicht abgeschwächt. Der Rückgang der Vermietungen sei aber angesichts der guten Arbeitsmarktlage nicht deutlicher ausgefallen. 2013 müsse man mit einem reduzierten Wachstum rechnen, weil die Unternehmen eine restriktivere Personalpolitik verfolgten. Pörschke: "Umzugsentscheidungen werden nachhaltig geprüft, Mietverträge intensiv verhandelt."

"Auch das nächste Jahr wird von einer erhöhten Unsicherheit geprägt sein", betonte der Manager. Die Staatsschuldenkrise werde nicht nur Europa beschäftigen. Die politische Instabilität in einigen Weltregionen könne negative Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung haben. Doch: "Deutschland steht relativ gesehen gut da", sagt Pörschke. Die Immobilienmärkte seien in ordentlicher Verfassung. Der Manager ist deshalb für 2013 "vorsichtig optimistisch".