Gastkolumne

Rund um den Tannenbaum

Solange der Weihnachtsbaum in der Wohnung steht, ist alles erlaubt.

Nach zwei Wochen Standzeit in der beheizten Wohnung verliert der Baum dann beim Abtransport durchs Treppenhaus einen Großteil seiner Nadeln. Im ungünstigsten Fall zerkratzt er auch noch die Treppenhauswände. Und schon ist der nachbarschaftliche Weihnachtsfriede dahin. Lektion eins: Jeder ist für die Beseitigung der durch ihn verursachten Verschmutzungen verantwortlich. Also: Besen und Kehrblech holen!

Spätestens seit der Ikea-Werbung feiern auch in Deutschlandimmer mehr Leute den "St. Knut's Day" und werfen ihren Weihnachtsbaum einfach aus dem Fenster. Doch Vorsicht: Lebensgefahr!!! Aber auch der Aufprall auf den liebevoll gehegten Rosenstauden der Nachbarin kann schon zur erbitterten Fehde führen. Lektion zwei: Jeglicher Schaden muss vermieden werden.

Kugelt das dürre Baumgerippe dann wochenlang neben den Mülltonnen herum, ist der Streit perfekt. Somit direkt zu Lektion drei: Weihnachtsbäume außer Dienst gehören in Berlin an den Straßenrand, und zwar vor dem Abholtermin der Stadtreinigungsbetriebe.

Beliebt ist auch der Weihnachtsbaum im Topf. Dieses Exemplar hat den Vorteil, dass es nicht so schnell nadelt und nach Weihnachten zur ewigen Erinnerung im Garten eingesetzt werden kann ... Lektion vier: So gut der Baum an der ausgewählten Stelle auch stehen mag - eine eigenmächtige Bepflanzung des gemeinschaftlichen Gartens ist mit den Grundsätzen der Wohnungseigentümergemeinschaft nicht unter einen Hut zu bringen!

Auch die Gestaltung mit Weihnachtsschmuck kann zum Zankapfel beziehungsweise sogar zum Sicherheitsrisiko werden. So hat ein blinkender Weihnachtsschlitten mit Rentieren in Lebensgröße im Treppenhaus einfach nichts zu suchen. Der Fluchtweg muss immer frei bleiben. Abgesehen davon, dass Geschmäcker ja auch verschieden sind. Lektion fünf: Die Grenzen der Weihnachtsdeko beginnen beim Gemeinschaftseigentum, also bei der Wohnungstür.Lektion sechs: Schöne Weihnachten!

Nächste Woche: Was muss Silvester beachtet werden?

Ingo Schatz ist WEG-Experte und Teamleiter der Strabag RPS (eh. BWG), einem der größten WEG-Verwalter Berlins