Kauf

Traumwohnung aus zweiter Hand

Gebrauchtimmobilien sind oft viel günstiger als ein Neubau - besonders in zentralen Lagen

Beim derzeitigen Immobilienboom sind gebrauchte Wohnungen und Häuser häufig eine gute Alternative zu Neubauten. Gebrauchtimmobilien ermöglichen meist eine kostengünstigere Verwirklichung des Wunsches nach einer eigenen Immobilie - und das auch in zentralen Lagen. Nach einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung betrug bereits 2010 der Quadratmeterpreis für eine Gebrauchtimmobilie mit 1160 Euro etwa die Hälfte des Preises für eine neu errichtete Eigentumswohnung mit durchschnittlich 2400 Euro.

Das passende Objekt zu finden erfordert eine sorgfältige Auswahl. Der Bauspar-Experte der Badenia, Jochen Ament, weiß, wie die Preise am Markt zustande kommen. Lage und Infrastruktur bestimmen Kaufpreis, Werterhalt und möglichen Wiederverkaufswert. Bevorzugte Lagen inklusive guter Verkehrsanbindung sowie Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten in der Nähe sind in der Anschaffung zwar teurer, garantieren dem Käufer aber eine bessere Wertstabilität.

Schwachstellen finden

Hat der Käufer eine Gebrauchtimmobilie in engerer Auswahl, muss die bauliche Substanz untersucht werden: Wann wurde was renoviert? Wie sind Fenster und Heizanlage zu beurteilen? Liegt ein Energieausweis vor? Wie ist der Zustand von Dacheindeckung und Dachstuhl?

Neben dem Alter einzelner Bauteile sollten Käufer auf die ganz speziellen Schwachstellen von Immobilien verschiedener Bauepochen achten. Ein schmuckes Häuschen aus den späten 1940er-Jahren kann buchstäblich auf Sand (oder Schutt) gebaut sein, ein Flachdach-Bungalow aus den 1970er-Jahren kann Bauteile aus Asbest enthalten. Kann, muss aber nicht. Keinesfalls kann man allein aus dem Alter auf den tatsächlichen Zustand der Immobilie schließen.

"Um alles beurteilen zu können, sollte zur Besichtigung einer zum Kauf anstehenden Immobilie ein Gutachter mitgenommen werden", rät Bauingenieurin Sabine Binkenstein. Der Sachverständige kann die Kosten für notwendige Sanierungen ermitteln. Diese Beträge müssen zum Kaufpreis dazugerechnet werden, erst dann hat der Käufer ein konkretes Bild von den Gesamtausgaben. "Bei den Kaufverhandlungen können anstehende Baumaßnahmen ein wichtiger Grund für Preisnachlässe sein", sagt Sabine Binkenstein. Denn wer will für sein Traumhaus schon zu viel bezahlen?

Nicht zuletzt sollte sich der künftige Haus- oder Wohnungsbesitzer für seine Entscheidung Zeit lassen. Ebenso sind weitere Besichtigungen empfehlenswert, um auch Verkehrssituation und Umfeld kennenzulernen.