Wohnungsmarkt

Neuvertragsmieten in Berlin im Fokus

Der Marktmonitor 2012 der BBU soll als stadtentwicklungspolitischer Kompass dienen

- Für den Marktmonitor 2012 hat der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V. (BBU) Daten von rund 930.000 Mietverträgen für die gut 1,1 Millionen Mietwohnungen seiner Mitgliedsunternehmen in Berlin-Brandenburg ausgewertet, darunter rund 55.000 neu abgeschlossene Mietverträge. In diesem Jahr wurden die Daten erstmals um die Mietendaten weiterer Marktteilnehmer ergänzt. "Die Kombination aus detaillierten Daten zu Mieten und Sozioökonomie macht den Marktmonitor zu einem einzigartigen stadtentwicklungspolitischen Kompass", unterstrich BBU-Vorstand Maren Kern.

Die Wohnungspreise und Mieten in den meisten Großstädten werden nach Experten-Einschätzung auch nächstes Jahr weiter steigen, allerdings teils verlangsamt. Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main liegen bei den Wohnungspreis- und Mietsteigerungen weiterhin an der Spitze, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin mitteilte. In den vier Städten ziehen seit Ende 2010 die Wohnungspreise sogar noch deutlich stärker an als die Mieten, ergab eine DIW-Studie zur Preis- und Mietentwicklung in 25 deutschen Großstädten seit 2007.

Die Neuvertragsmieten in Berlin sind zwischen 2007 und 2011 bei den BBU-Mitgliedsunternehmen mit rund zehn Prozent nur halb so schnell gestiegen wie im allgemeinen Marktdurchschnitt.

Neue Förderungswege nötig

Insgesamt verlaufe die Mietenentwicklung im Einklang mit sozioökonomischen Faktoren. Nur in wenigen Bezirken gebe es Teilgebiete, denen vor diesem Hintergrund jedoch besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse. "Damit sich auch einkommensschwache Haushalte weiterhin gut am Wohnungsmarkt versorgen können, brauchen wir bei der Wohnungsförderung neue Wege", sagt Kern. Hierzu arbeite der BBU an konkreten Vorschlägen. In einem ersten Ansatz wird davon ausgegangen, dass in den nächsten zehn Jahren mindestens 50.000 geförderte Mietwohnungen zusätzlich notwendig sind, davon 30.000 im Neubau. Für 20.000 existierende Wohnungen sollten Belegungsbindungen durch die Bezirke angekauft werden.