Gastkolumne

Drei Probleme, eine Lösung

Ein Wohnungsumbau bringt meist drei Dinge mit sich: Schmutz, Ehestreit und Ärger mit den Nachbarn. Zumindest der dritte Part lässt sich aber vermeiden.

Vorausgesetzt, man plant frühzeitig und stimmt sich mit dem Verwalter und der Miteigentümergemeinschaft ab.

Auch wenn die Umgestaltung innerhalb des Sondereigentums stattfindet, ist das Gemeinschaftseigentum oft davon berührt. Daher erfordert jeder Eingriff eine besondere Prüfung. Es gilt zu klären, ob es durch die Maßnahme gegenüber einem oder mehreren Miteigentümern zu einem Nachteil kommt, der "über das übliche Maß des geordneten Zusammenlebens hinausgeht". Doch wer entscheidet darüber? Im Ernstfall: der Richter. So weit soll es jedoch nicht kommen. Also erst zum Verwalter! Dieser kann bei der Umsetzung beratend zur Seite stehen, wenn er umfassende Kenntnis zu allen geplanten Maßnahmen hat. Sollen zum Beispiel die Heizkörper ausgetauscht werden, ist dies bei zentraler Wärmeversorgung bereits ein Eingriff ins Gemeinschaftseigentum - spätestens dann, wenn der gesamte Strang entleert werden muss. Mit einer entsprechenden Vereinbarung können bereits im Vorfeld alle Nachteile Dritter vermieden werden, sodass ein Beschluss der Gemeinschaft nicht erforderlich wird. Eine kurzzeitige Unterbrechung der Wärmeversorgung ist kein übers hinnehmbare Maß gehender Nachteil.

Vorsichtig sein sollte man bei Ideen, die das gemeinschaftliche Eigentum optisch verändern. Dies betrifft zum Beispiel Fenster, Balkone oder die Fassade. Gern wird der Balkon umgestaltet, ohne dass eine Abstimmung mit der Gemeinschaft getroffen wurde. Solche "Verschönerungen" benötigen eine Zustimmung der Gemeinschaft. Bei Veränderungen ist davon auszugehen, dass jeder (der diese wahrnehmen kann), nachteilig betroffen sein könnte. Denn was dem einen gefällt, müssen nicht alle gut finden. Dies gilt für die Nachbarn - wie auch für Lebenspartner. Nur: Bei denen kann der Verwalter leider nicht helfen.

René Berott ist WEG-Experte der Strabag RPS (eh. BWG), einem der größten WEG-Verwalter Berlins

Nächste Woche: Umbauten & Modernisierungen (Teil 3)