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Vollbad: Mieter haben Anspruch auf heißes Wasser ++ Heizkosten: Messwerte nur bei aktueller Technik verwertbar ++ BGH-Urteil: Betriebskostenabrechnung künftig mit fiktiven Kosten

Mieter haben Anspruch auf heißes Wasser

Heißes Badewasser und eine volle Wanne können Mieter nach einem Urteil des Amtsgerichts München von ihren Vermietern verlangen. Für ein angenehmes Baden müsse das Wasser mindestens 41 Grad warm sein, befand die Richterin und berief sich auf eigene Erfahrungen. Außerdem sei Mietern nicht zuzumuten, 42 Minuten auf eine volle Wanne zu warten, heißt es in der rechtskräftigen Entscheidung (Az 463 C 4744/11).

Messwerte nur bei aktueller Technik verwertbar

Nur wenn die Technik auf dem neuesten Stand ist, lassen sich die Messergebnisse auch für die Heizkostenabrechnung heranziehen. Das entschied dasLandgericht Nürnberg-Fürth. Laut klagendem Eigentümer war das Messverfahren eines Versorgungsunternehmens für Fernwärme für die vorhandene Einrohrheizung ungeeignet. Das Landgericht gab ihm Recht. (LG Nürnberg- Fürth, Urteil v. 17.08.11, Az. 12 O 4361/10)

Betriebskostenabrechnung künftig mit fiktiven Kosten

Der Bundesgerichtshof hat die Rechte von Vermietern gestärkt. Für Eigenleistungen oder Leistungen durch eigene Angestellte dürfen sie in die Betriebskostenabrechnung die Kosten einrechnen, die ihnen eine externe Firma in Rechnung gestellt hätte, wie der BGH in Karlsruhe entschied. Der Mieterbund kritisierte, dass es Vermietern so möglich sei, mit der Abrechnung "Geld zu verdienen". Jetzt drohe die Gefahr, dass der Vermieter Arbeiten, wie Hausmeister, Gartenpflege oder Hausreinigung, durch eigenes, preiswertes Personal erledigen lässt, dem Mieter aber fiktive Kosten eines deutlich teureren Drittunternehmens in Rechnung stellt. (Az: VIII ZR 41/12)