Umwelt

Holz erst verwerten, dann verbrennen oder recyceln

Neue Studie: In neun Jahren stieg der Verbrauch von dem Rohstoff in privaten Haushalten von elf auf 34 Millionen Kubikmeter

"Der Ausbau der Holzverbrennung darf nicht weiter gefördert werden", mahnt Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR). Es sollte nach dem Leitsatz "erst verwerten, dann verbrennen" mit dem Naturmaterial umgegangen werden. Von 2001 bis 2010 stieg der Verbrauch von Holz in privaten Haushalten von elf Millionen auf 34 Millionen Kubikmeter. Davon kommen 22 Millionen Kubikmeter frisch aus dem Wald, während sich zwölf Millionen Kubikmeter auf weitere Sortimente verteilen wie Schnittholzprodukte, Gebrauchthölzer oder Gartenholz. Laut Studie wurden 2010 insgesamt 135 Millionen Kubikmeter Holz verbraucht. Als "sinnlos" und "zu viel" bezeichnet Ohnesorge diesen Rohstoffeinsatz. Besonders paradox: Nach Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gelten von den 16 Millionen privaten Öfen Dreiviertel als überaltert. Erschwerend hinzu kommt die schlechte Isolierung vieler Häuser. Unter wirtschaftlichen und klimaschutzpolitischen Gesichtspunkten mache es mehr Sinn, Holzprodukte wie Möbel langfristig zu verwenden, zu recyceln und erst am Ende zu verbrennen. Erstmals wurde 2010 in Deutschland mehr Holz energetisch verwendet als stofflich in Holzprodukten genutzt.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Hamburger Wissenschaftlers Professor Udo Mantau. Sie belegt nach Einschätzung der AGR den zunehmenden Einfluss der Energiepolitik und der Energiepreise auf die Holznachfrage. "Das sind brisante Erkenntnisse im Hinblick auf die anstehende Novelle der Förderprogramme im Strom- und Wärmemarkt", sagt Ohnesorge. Die weitere Förderung der energetischen Nutzung gefährde auf langfristig nicht nur die deutsche Holzwirtschaft, sondern sei auch aus ökologischen Gesichtspunkten mehr als fraglich.