Ratgeber

Höhere Zuschüsse für energetische Sanierung

Ein qualifizierter Beratungsbericht ist mehr als zuvor ausschlaggebend für die staatliche Förderung

Für die Energieberatung im Vorfeld einer Sanierung existieren seit Juli diesen Jahres vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie neue Richtlinien. Zuschüsse wurden erhöht. Allerdings muss der Vor-Ort-Bericht zu einem Wohngebäude besonderen Mindestanforderungen entsprechen.

Mit Blick auf das Ziel, den Gebäudebestand bis 2050 in hohem Maße klimaneutral auszurüsten, hat die Bundesregierung die Anforderungen an Energieberatung und Förderung verschärft. Die Qualifikation der Energieberater und der qualifizierte Beratungsbericht sind dabei entscheidend.

Berater müssen, um in die Energie-Effizienz-Expertenliste für die Förderprogramme des Bundes aufgenommen zu werden, regelmäßige Fortbildungen nachweisen. Höhere Zuschüsse sollen Eigentümern von Wohngebäuden zusätzlichen Anreiz für qualifizierte Energieberatung geben.

Tipp von Jürgen Friedrichs vom Bauherren Schutzbund Berlin: "Eine energetische Sanierung muss nicht wie ein Schreckgespenst vor dem Hauseigentümer stehen. Wer sie plant, sollte sich qualifizierte Beratung nach den neuen Förderkonditionen sichern." Nicht immer müsste eine Komplettsanierung ins Auge gefasst werden, sinnvoll sei auch eine schrittweise Sanierung. "Einerseits hat eine Komplettsanierung den Vorteil, dass Baukosten geringer und Fördergelder höher ausfallen, jedoch muss die Bausumme komplett vorhanden sein. Andererseits kann man einzelne Sanierungsmaßnahmen den finanziellen Möglichkeiten anpassen."

Der Beratungsbericht ist mehr als zuvor ausschlaggebend für die staatliche Förderung. Er muss den festgelegten Anforderungen entsprechen. Ein KfW-Effizienzhaus ist zwingend anzustreben, Bundesförderprogramme müssen berücksichtigt werden, Landes- oder regionale Förderungen sind hinzuzuziehen. Statt des Energieverbrauchs ist jetzt der Energiebedarf verpflichtende Grundlage des energetischen Konzepts.

Größere Freiheit herrscht bei der Aufnahme erneuerbarer Energien ins Sanierungsprogramm - Biomasse, Solar- oder andere Energiequellen müssen nicht mehr explizit ausgewiesen werden. Nicht mehr möglich sind eine Nachbesserung des Berichts und damit eine nachträgliche Förderung.

Der Beratungsbericht muss aufzeigen, wie das Haus durch eine energetische Sanierung auf ein von der KfW gefördertes Effizienzhausniveau gebracht werden kann. Ein Sanierungsfahrplan muss die Empfehlung enthalten, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen am effektivsten zu verwirklichen sind. Die Sanierungsschritte müssen nach dem KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren" förderfähig sein. Energieberatern stehen eine Checkliste und ein vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erarbeiteter Musterberatungsbericht zur Verfügung, dieser muss an das Sanierungsobjekt angepasst werden.