Brennholz

Günstiges Kaminfeuer

Mit Säge, Axt und Muskelkraft: Es bringt Spaß, das Brennholz selbst aus dem Wald zu holen

Viele Forstverwaltungen und Waldbesitzer erlauben das Holzmachen gegen ein geringes Entgelt. Voraussetzung ist aber häufig, dass man den Umgang mit einer Motorsäge beherrscht. "Viele Waldbesitzer sind dazu übergegangen, Qualifikationsnachweise und Mindestausstattungen zu fordern", sagt Jan Schindelka von der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen in Münster. So sichern sie sich ab, denn beim Holzmachen ist die Unfallgefahr hoch. Bäume fällen dürfen Laien in der Regel nicht. Die Förster und Waldbesitzer teilen ihnen Parzellen mit umgelegten Stämmen oder einzelne gefällte Bäume zum Zerteilen zu.

Ein Lehrgang an der Motorsäge dauert ein bis zwei Tage und wird von Forstämtern, Berufsgenossenschaften und Waldbesitzern angeboten. Man lernt die Technik des Gerätes kennen und erhält eine Einweisung.

Grundausstattung ist nötig

Wer im Wald schlagen will, braucht eine Motorsäge. "Zur Grundausstattung gehören daneben verschiedene Keile, eine Axt zum Entasten und Spalten, ein Spalthammer und ein Fellheber", sagt Birgit Weinert von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Rund 350 Euro könne diese Ausrüstung kosten. Dazu kommen ein Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz, Handschuhe, eine Schnittschutzhose und Schuhe mit Stahlkappen sowie Schnittschutzeinlagen. "Sie schlagen noch mal mit 250 bis 300 Euro zu Buche", sagt Weinert. Dabei haben sollten Waldarbeiter zudem Erste-Hilfe-Set und Handy. "Die meisten bevorzugen Buche. Sie zeichnet sich durch ein schönes Flammenbild und einen hohen Heizwert aus", sagt Gerhard Basemann von der Gütegemeinschaft Brennholz in Berlin. Leichtes Fichten- oder Kiefernholz brenne zwar schneller an, habe jedoch eine deutlich geringere Energieausbeute.

Die Stämme werden auf etwa einen Meter Länge gesägt. So lassen sie sich gut anheben und transportieren. "Bei der Arbeit mit der Kettensäge ist nicht vorrangig Kraft, sondern vor allem die richtige Technik gefragt", sagt der Forstwirt Peter Krause. Er vermittelt seinen Kursteilnehmern den Fächerschnitt: Die laufende Säge wird mit der Baumkralle, dem Zacken neben dem Sägeblatt, am Stamm fixiert. Dann wird das Sägeblatt von oben in das Holz getrieben - etwa bis zu zwei Drittel seiner Länge. "Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, sonst rutscht die Säge ab oder bleibt im Holz stecken", sagt Krause. Dann wird der Stamm mit dem Fellheber gewendet und der Schnitt von der Gegenseite beendet. Anspruchsvoller ist das Sägen unter Spannung: Die Säge schneidet sich so weit in das Holz ein, dass sich das Blatt gerade noch herausziehen lässt. Der Gegenschnitt erfolgt wieder von unten. "Die Scheite müssen in den Brennraum des Ofens passen", sagt Basemann. "Klassische Maße sind 25 bis 33 Zentimeter."

Großer zeitlicher Aufwand

Die noch runden Stammteile müssen dann gespalten werden. Mit einem Spalthammer ist das aber beschwerlich. "Schneller und einfacher geht es mit einem hydraulischen Holzspalter", sagt Weinert. Diesen könne man in Baumärkten mieten.

Damit das Holz beim Verbrennen nicht qualmt, wenig rußt und effizient heizt, muss es trocknen, bis es eine Restfeuchte von rund 20 Prozent hat. Laut Umweltbundesamt dauert dies je nach Holzart ein bis zwei Jahre. "Der ideale Lagerplatz ist ein trockener, gut belüfteter Schuppen", sagt Basemann. "Alternativ können die Scheite auch mit einem Abstand von 50 Zentimetern zur Wand und gut 20 Zentimetern zum Boden gestapelt und von oben abgedeckt werden."

Zwar ist selbstgemachtesBrennholz günstiger, aber es kostet Zeit. "Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt es sich für Leute mit geringem Brennholzbedarf kaum", sagt Basemann. "Auch die Qualität reicht nicht an die von hochwertigem gekauften Brennholz heran." Aber Forstexpertin Birgit Weinert kennt eine Zielgruppe: Der Naturfreund sehe den Spaßfaktor an der Arbeit. "Selbstwerben ist interessant für jeden, der Zeit und Lust hat, sich aktiv im Wald zu betätigen."