Finanzierung

Berlin hat den wichtigsten Zinshausmarkt

Allein in der Bundeshauptstadt wurden 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2011 umgesetzt

"Der mit Abstand wichtigste Zinshausmarkt ist der Berliner Markt", sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD. Ein Drittel des Transaktionsvolumens entfalle allein auf die Bundeshauptstadt: 3,9 Milliarden Euro wurden 2011 in Berlin umgesetzt." Gegenüber dem Vorjahr habe sich der Umsatz in Berlin um 29 Prozent erhöht und übertreffe nun sogar das Boomjahr 2007 (3,6 Milliarden Euro Umsatz). Schick berief sich dabei auf den aktuellen Zinshausmarktbericht, den das Center for Real Estate Studies (CRES) im Auftrag des IVD erstellt hat. Unter einem Zinshaus versteht man ein Mehrfamilienhaus, das Anleger zwecks Vermietung erwerben.

"In den Metropolregionen steigen die Einwohnerzahlen, zudem nehmen die Haushaltszahlen aufgrund des Trends zu immer mehr Ein-Personen-Haushalten zu. Da das Wohnungsangebot hinter der Nachfrage zurückbleibt, ziehen vielerorts Mieten wie Kaufpreise an", sagte Schick. Der deutsche Zinshausmarkt profitiere von diesen günstigen Rahmenbedingungen. Die Wohnflächennachfrage und somit auch die Investitionen konzentrierten sich zunehmend auf die größten Metropolen. Bereits im Berichtsjahr 2010 vereinten Berlin, Hamburg und München 46 Prozent der Umsätze auf sich. 2011 waren es mit 5,8 Milliarden Euro sogar 50 Prozent der Gesamtumsätze. Die Zahl der Kauffälle ist dabei in Berlin binnen Jahresfrist um 17 Prozent von 1611 auf 1887 gestiegen, der Umsatz je Kauffall kletterte um elf Prozent von 1,9 auf 2,1 Millionen Euro. In den 50 größten Städten Deutschlands stiegen die Umsätze 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent von 10,4 Milliarden Euro auf über 12 Milliarden Euro. Die Zahl der Kauffälle stieg um elf Prozent von 11.673 auf 12.949. Je Kauffall wurden im Berichtszeitraum durchschnittlich 470.000 Euro umgesetzt. Das sind 50.000 Euro mehr als noch 2010 und 40.000 Euro mehr als im Fünf-Jahres-Mittel. Der Bericht zeige, dass in den meisten untersuchten Städten ein gesundes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage an Wohnraum herrsche. "Bestandsimmobilien sind für Investoren nach wie vor attraktiv", hob Schick hervor.