Recht

Höhe der Provision ist begrenzt

Wohnungen werden selten direkt vom Vermieter angeboten. Die Courtage zahlt meist der Interessent

Die Zahl ist beeindruckend: "Rund 2,5 Millionen Wohnungswechsel gibt es jährlich in Deutschland", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin.

Angeboten werden die freien Wohnungen oft von Maklern, die sich für ihre Arbeit von den künftigen Mietern bezahlen lassen. Nach dem Willen des Hamburger Senats sollten die Kosten vom Vermieter getragen werden. Dafür zeichnet sich im Bundesrat eine Mehrheit ab. Auch das Bundesland Berlin soll die Initiative unterstützen. Auch der Ring Deutscher Makler Landesverband Berlin und Brandenburg e.V. begrüßt den Plan des Landes Hamburg, das "Bestellerprinzip" für Maklerleistungen verbindlich festzuschreiben.

Keine gesetzliche Regelung

Doch wie viel Provision dürfen Makler überhaupt verlangen? Die Höhe der Maklergebühren ist gesetzlich begrenzt. "Mehr als zwei Monatsmieten inklusive Mehrwertsteuer dürfen Makler für die Vermittlung einer Mietwohnung nicht verlangen", sagt Ropertz. Maßgeblich ist dabei nicht die Bruttomiete - also inklusive Nebenkosten - sondern die Nettokaltmiete. Theoretisch dürfen Makler auch weniger verlangen. Das passiert allerdings in der Praxis selten. Ob der Mietinteressent oder der Vermieter die Courtage zahlen muss, das ist gesetzlich nicht geregelt. In den häufigsten Fällen kommen aber die Interessenten für die Kosten auf. Grundsätzlich gilt: "Sobald der Makler eine Leistung erbracht hat, muss die Provision auch gezahlt werden", sagt Ropertz. Dafür reicht es, wenn der Makler die Besichtigung einer Wohnung ermöglicht oder den Kontakt zum Vermieter herstellt. Fällig wird die Courtage, wenn der Mietvertrag unterschrieben wurde. "Man kann versuchen zu handeln", sagt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. "Wenn der Makler jemanden findet, der bereit ist, die geforderte Provision zu zahlen, hat man unter Umständen das Nachsehen." Wenn Mietinteressenten allerdings selbst einen Makler mit der Suche nach einer Wohnung beauftragen, könnten sie durchaus über die Courtage verhandeln. Wie hoch die Provision sein darf, können Mietinteressenten leicht anhand der geforderten Miete ausrechnen.

Es geht auch ohne Gebühr

Auf die Frage, ob Verbraucher sich wehren können, antwortet Ulrich Ropertz: "Überschreitet die geforderte Courtage die gesetzlich festgelegte Höhe, muss sie nicht gezahlt werden." Interessenten sollten sich dann zunächst an den Makler selbst werden. Helfe das nicht, sollten sich Betroffene beim Maklerverband beschweren. Immobilienmakler werden jedoch nicht überall eingesetzt. "Das hängt vom Wohnungsmarkt ab", sagt Gerold Happ. Je mehr Interessenten es in einer Region gebe, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass Vermieter Makler beauftragten. "Die treffen dann eine Vorauswahl." Wollen Wohnungssuchende den Makler umgehen, sollten sie versuchen, direkt Kontakt mit dem Vermieter aufzunehmen. Dann könnten sie auch ohne Maklervermittlung an den Mietvertrag kommen.