Verbraucher

In der Heizperiode haben Mieter ein Recht auf Wärme

Seit 1. Oktober besteht für Vermieter sogar Heizpflicht

- Am 1. Oktober hat die gesetzlich vorgeschriebene Heizperiode begonnen, und ein Vermieter muss dafür sorgen, dass die vertraglich festgelegte Mindesttemperatur in der Wohnung tatsächlich erreicht werden kann. Sieht der Mietvertrag keine andere Regelung vor, gilt hierzulande die Heizperiode bis zum 1. April. Das Immobilienportal Immonet gibt einen Überblick, welche Rechte und Pflichten Vermieter aber auch Mieter haben.

Beim Thema Mindesttemperatur legten sich mehrere Gerichte auf eine Temperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius fest. So warm muss es der Vermieter aber nicht rund um die Uhr werden lassen. Ausgestellt werden darf die Heizung nachts nicht. Zumindest eine gewisse Grundwärme muss erhalten bleiben, so urteilte das Berliner Landgericht.

Wer es kuschelig warm haben möchte, wird in dieser Saison tief in die Tasche greifen müssen. Auch wenn die Preise im Laufe der kommenden Monate voraussichtlich wieder etwas sinken werden, sollten Vermieter beim Einkauf von Heizöl kein Risiko eingehen. Experten raten, den Tank mindestens zur Hälfte zu befüllen, bevor es in den Winter geht. Ist der Tank leer, kann ein Spontaneinkauf teuer werden. Nutzer von Erdgas erhoffen sich von einem Vertragswechsel oftmals eine Kostenersparnis. Fachleute warnen jedoch vor allzu günstigen Konditionen mancher Anbieter. Mieter, die eine kräftige Nebenkostennachzahlung befürchten, können selbst dazu beitragen, ihre Heizkosten in den Griff zu bekommen. So reduziert sich durch das Herabsenken der Raumtemperatur um nur ein Grad der Energieverbrauch um immerhin sechs Prozent. Außerdem sollte die Temperatur nachts gesenkt und Heizkörper regelmäßig entlüftet werden. Wer seine Räume nie ganz auskühlen lässt und auf regelmäßiges Stoßlüften setzt, kann bei den Heizkosten ebenfalls Geld sparen.

Wenn ein Vermieter trotz mehrfacher Aufforderung seiner Heizpflicht nicht nachkommt, dürfen Bewohner die Miete kürzen. Trägt ein Vermieter nicht dafür Sorge, dass die Wohnung ausreichend warm wird, hat ein Mieter unter Umständen das Recht, fristlos zu kündigen.

Wer es in seinen Räumen kühl mag, ist gesetzlich zwar nicht gezwungen, im Winter zu heizen. Ein Mieter hat aber dafür Sorge zu tragen, dass die Wohnung während der kalten Jahreszeit keinen Schaden nimmt. Außerdem muss der Mieter die vertraglich vereinbarten Vorauszahlungen für die Heizkosten leisten. Heizpflicht besteht nicht nur in der kalten Jahreszeit. Gibt es einen kühlen Sommer und ist absehbar, dass die Raumtemperatur für länger als zwei Tage unter 18 Grad abrutscht, muss der Vermieter laut Deutschem Mieterbund ebenfalls für Wärme sorgen.