Komfort

Ein Traum von einer idealen Bettdecke

Wer sich für kalte Winternächte neu eindecken möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Füllmaterialien

Das Schlafzimmer ist selbst in kalten Winternächten meist unbeheizt. Es gibt schließlich die warme Bettdecke. Doch nicht immer wärmt sie genug. Oder sie heizt so stark, dass der Schweiß fließt und an Schlaf nicht zu denken ist. Wer sich neu eindecken möchte, hat die Auswahl zwischen diversen Füll- und Bezugsmaterialien - abgestimmt auf das eigene Temperaturempfinden.

Mitunter entzweit sich sogar das Paar: Schwitzt der Mann, friert seine Frau - seltener andersherum. "Wenn die Frau nachts 60 Watt Energie erzeugt und der Mann 100 Watt, werden diese individuellen Ansprüche heute eben mit verschiedenen Zudecken bedient", sagt Martin Auerbach, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Heimtextilien-Industrie (Heimtex) in Wuppertal. Eine Decke muss zudem mehr als nur Wärme spenden. Sie muss Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Auerbach: "Der Körper verliert pro Nacht mindestens einen Viertelliter Flüssigkeit, 80 Prozent davon landet in der Decke." Wie schlafe ich, wie ist mein Temperaturempfinden? "Das muss man beim Kauf von Decken beachten", sagt Friedrich Verse vom Verband der Deutschen Daunen- und Federnindustrie (VDFI).

Es gibt vor allem drei Füllungen: Daunen, Synthetikfasern und Naturhaare. "Am wärmsten wird es immer noch mit Daunen", sagt Verse. Sanfter als Entendaunen seien Gänsedaunen, am teuersten die Daunen des Eiders, einer Meerente aus Skandinavien.

Meist werden Daunendecken mit Federbeimischungen verkauft. Erst ab einem Anteil von 60 Prozent Daunen darf von Daunendecken gesprochen werden. "Tatsächlich werden mittlerweile wieder mehr 80- oder 90-prozentige Daunendecken gekauft als vor einigen Jahren", sagt Verse.

Aber die Industrie hat sich etwas einfallen lassen: "Funktionsfasern sind inzwischen in der Lage, nahezu alle Eigenschaften der Daunen nachzuahmen", sagt Barbara Schmidt-Zock vom Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie. Auch seien sie teilweise sogar leichter als die Daunendecken. Es gebe jedoch große Unterschiede zwischen den verschiedenen synthetischen Fasern, so die Fachfrau.

Synthetikfaserfüllungen haben einen großen Vorteil: Sie sind waschbar - teils sogar in der Kochwäsche, was Hausstauballergikern nützt. Denn erst hohe Waschtemperaturen können den Allergenen im Kot der Hausstaubmilben zusetzen.

Als eine gute Alternative zu Daunen und Synthetikfasern gilt Schafschurwolle. Sie kann Feuchtigkeit besonders gut aufnehmen. Auch Kamelhaar gilt als temperaturausgleichend. Edler noch ist feine Wolle aus dem Unterfell der Kaschmirziege. Beide haben einen Nachteil: Sie müssen chemisch gereinigt werden.

Fachmann Verse rät von Vierjahreszeiten-Decken, die aus mehreren Lagen bestehen, ab - "viel zu schwer". Für Laken und Bezüge sei im Winter Flanell eine gute Wahl, rät Schmidt-Zock. "Besonders empfehlenswert ist Biberbettwäsche. Die aufgeraute Baumwolle fühlt sich warm und weich an."