Garten

Pflanzen statt Ziegel: Dachbegrünungen beim Eigenheim werden immer beliebter

Der Admiralspalast, das Ludwig-Ehrhard-Haus und das KaDeWe haben eines gemeinsam: einen Garten in luftiger Höhe.

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Mit diesen grünen Dächern hat sich die Berliner Firma Dachland GmbH einen Namen gemacht. "Auch das komplizierte Dach vom Haus der Kulturen der Welt stammt von uns", sagt Geschäftsführer Michael Eyberg. Durch eine Begrünung kann jedes Flachdach, vom großen Gebäudekomplex bis zum normalen Einfamilienhaus, aufblühen und eine wichtige Funktion für das Klima und die Umwelt übernehmen. Acht bis zehn Millionen Quadratmeter Dachfläche werden nach Schätzungen der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung jährlich neu bepflanzt. Und es werden immer mehr. Auch das begrünte Dach des Bundeskanzleramts tut dem Klima gut und ist dank der Berliner Firma immer noch ganz dicht.

Die Abdichtung ist bei einer Dachbegrünung die große Herausforderung, denn hier sind einige Voraussetzungen zu berücksichtigen. "Ein Gründach muss bei starken Regenfällen bis zu 90 Kilogramm pro Quadratmeter tragen, deshalb sollte eine Dachbegrünung nur mit Expertenhilfe angelegt werden", empfiehlt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren in Berlin.

Damit die Begrünung das darunter liegende Gebäude nicht belastet oder gar beschädigt, ist der richtige Dachaufbau entscheidend. Empfehlenswert ist dabei ein sogenanntes Umkehrdach mit einem speziellen Dämmstoff, der gleichzeitig teure Wärmeverluste verhindert und damit für ein Gründach die ideale Grundlage ist: Er sollte unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit sein, verrottungsfest und eine Wärmedämmung besitzen. Diese bildet eine Schutzschicht vor mechanischen Beschädigungen, beispielsweise durch das Granulat für die Dachbegrünung und verringert die Temperaturschwankungen an der Abdichtung beim Wechsel der Jahreszeiten auf ein Minimum.

Ein grünes Dach sieht nicht nur schön aus, auch die durch Asphalt stark versiegelte Stadtfläche wird aufgebrochen. 50 bis 90 Prozent des Regenwassers werden laut Deutschem Dachgärtner Verband je nach Bauart auf einem Gründach zurückgehalten. Der größte Teil davon verdunstet und gelangt so zurück in den natürlichen Wasserkreislauf. Hausbesitzer zahlen in Berlin eine um 50 Prozent reduzierte Niederschlagswassergebühr, wenn sie ein Dach begrünen. Die Pflanzen binden pro Quadratmeter Grünfläche bis zu 0,2 Kilogramm Staub und Schadstoffpartikel und sorgen für bessere Luft.

Und Gartenarbeit fällt nicht zwangsläufig an. Die Pflanzen können so gewählt werden, dass sie mit dem Niederschlagswasser auskommen.