Portale

Bürgerbeteiligung für Quartiere stärker gefragt

Verschiedene Portale bieten die Möglichkeit, Anregungen, Wünsche und Ideen mitzuteilen

Die Bau- und Immobilienwirtschaft hat erkannt, dass erfolgreiche Projekte nur gemeinsam mit den Bürgern realisiert werden können und ein gemeinsames Verständnis über das Zusammenleben in den Städten wichtig ist. Vorhaben wie Stuttgart21, die Landebahn Nordwest am Frankfurter Flughafen oder MediaSpree in Berlin haben gezeigt, wie Projekte, die ohne die Beteiligung ihrer Nutzer umgesetzt werden, zu Konflikten werden oder gar scheitern.

Über Portale haben Bürger im Internet die Möglichkeit, ihre Wünsche und Ideen mitzuteilen. So bietet das Portal Bürgerbeteiligung Friedrichshain-Kreuzberg die Möglichkeit, selbst Ideen zur Verwendung von Mitteln aus dem Bezirkshaushalt einzubringen sowie andere Ideen zu bewerten und zu kommentieren. Und der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann, ruft die Bürger explizit zur Mitbestimmung im Bezirk auf. Sie können ihm ihre Anregungen per E-Mail mitteilen.

Von der Dialogplattform Zivilarena wird zur Zeit im Auftrag der aurelis Real Estate GmbH & Co. KG erstmals der Online-Dialog "Mehr Mut zur Mischung in den Städten!" ausgerichtet. "In allen deutschen Großstädten entstehen neue Quartiere, die den höchsten Ansprüchen an urbanes Leben gerecht werden wollen. Ziel ist es, lebenswerte, nachhaltige und damit schließlich auch dauerhaft nachgefragte und stabile Stadtviertel zu realisieren", sagt Elmar Schütz, Leiter Projektentwicklung von aurelis. Die Bauwirtschaft müsse sich stärker den Interessen der Bewohner stellen und den Austausch im Vorfeld der Planungen fördern, sagt Schütz.

Was aber macht ein Stadtquartier lebenswert? Ist es die bunte Vielfalt an kulturellen Angeboten, kurze Wege zum Arbeitsplatz und Schulen, Restaurants und Supermärkte vor der Haustür sowie gute ÖPNV-Anbindungen? Oder sind es gesetzlich verordnete Ruhezeiten auf Bolz- und Spielplätzen, Lärmeinschränkungen "Letztendlich kommt es auf die richtige Mischung an, die nur durch Partizipation der Bürger erkannt und umgesetzt werden kann", sagt Schütz. Bürger können noch bis zum 2. Oktober 2012 auf der Plattform www.zivilarena.de mitdiskutieren.