Gastkolumne

Endlich einen Hund halten!

Die eigene Eigentumswohnung und endlich ein Haustier! So manche Ex-Mieter haben sich lange danach gesehnt, dass ihnen niemand mehr vorschreibt, was sie machen dürfen oder nicht.

Gerade die Haltung von Haustieren ist oft ein Problem: Wer eine Wohnung sucht und bei der Besichtigung seine Dogge dabei hat, zieht beim Vermieter meist den schwarzen Peter. Aber wie ist es beim Wohneigentum: Ist die Dogge hier willkommen?

Der Gebrauch des Sondereigentums – und das ist die Wohnung selbst – ist relativ frei. Grundsätzlich darf der Eigentümer in ihr alles – es sei denn, das Gesetz, die Rechte Dritter oder die Hausordnung besagen etwas anderes. Denn kein anderer Mitbewohner darf einen Nachteil „über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus“ erleiden. Das lässt natürlich Spielraum für Interpretation. Zu einem zulässigen Gebrauch des Sondereigentums gehören in jedem Fall das Spielen von Kindern, Musizieren oder Musik hören, Kochgerüche oder die Tierhaltung. Häufiges Geschrei, dauerndes Möbelrücken oder Schlagzeug üben um Mitternacht zählen nicht zum sozial üblichen Verhalten. Bei der Tierhaltung gilt Ähnliches: Von Kleintieren wie Aquariumsfischen, Nagern oder Kleinvögeln geht garantiert keine Störung der Nachbarn aus. Auch Hunde und Katzen sind grundsätzlich erlaubt – außer es handelt sich um Kampfhunde wie Pitbulls, American Staffordshire-Terrier oder ähnliche Rassen und Kreuzungen. Gefährliche Tiere darf ohnehin keiner halten. Natürlich ist auch die Anzahl der Tiere entscheidend. Und auch so mancher Messie – ob mit oder ohne Haustier – wird bei seinen Nachbarn anecken, wenn der Müll bis ins Treppenhaus stinkt. Zu Recht.

Nächste Woche: Was ist erlaubt? Teil 2: Parabolantennen

Hans-Georg Kranz ist Experte und Geschäftsführer der BWG, einem der größten WEG-Verwalter Berlins