Konkurrenz

Makler-Riese kommt nach Deutschland

US-Weltmarktführer Century 21 will bundesweit 300 Büros neu eröffnen

- An die 300 neue Büros mit 3000 Mitarbeitern in Deutschland: Century 21 hat sich für die nächsten fünf Jahre einiges vorgenommen. Das amerikanische Maklerhaus, Weltmarktführer der Branche, will den deutschen Markt aufrollen und damit alteingesessenen Maklern Konkurrenz machen. "Der deutsche Markt ist besonders attraktiv, weil viele Investoren von der guten wirtschaftlichen Entwicklung des Landes angezogen werden, die Immobilienpreise steigen und die Zinsen niedrig sind", begründet Rick Davidson, Präsident von Century 21 International, das Engagement. Das globale Netzwerk besteht aus über 120.000 Maklern und mehr als 8000 wirtschaftlich eigenständigen Büros in 71 Ländern.

Das deutsche Hauptquartier hat Century 21 in Düsseldorf aufgeschlagen, in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern wurden die ersten Büros eröffnet. Im bayrischen Straubing arbeitet das Unternehmen mit der Vermittlergruppe Immomaklernetz zusammen. "Wir sind partnerschaftlich aufgestellt", sagt Christian Ammann, Deutschland-Geschäftsführer von Century 21. Die Gruppe bietet vielerorts mit Franchise-System Maklern die Chance, als selbstständige Unternehmer eine Niederlassung zu führen.

An größeren Standorten wie Hamburg, Berlin, München und Düsseldorf setzt das Unternehmen auf die eigenen Fachleute und baut seine Büros in Eigenregie auf. Der Kundenservice sei dem Unternehmen besonders wichtig, sagt Geschäftsführer Ammann. Die in Städten wie Hamburg oder München weit verbreiteten Massenbesichtigungen, bei denen Makler für ihre Provision nicht viel mehr tun, als den Interessenten die Tür aufzuschließen, soll es bei Century 21 nicht geben, verspricht der Manager. "Ein Problem der Branche ist, dass der gebotene Service nicht immer mit dem Preis korrespondiert. Dem wollen wir etwas entgegensetzen."

Die Preisgestaltung bleibe den Partnern vor Ort vorbehalten. Als Preisbrecher wolle man nicht auftreten. "Wir empfehlen marktkonforme Konditionen", sagt Ammann. Die Kunden würden trotz einheitlichem Markenauftritt weiter individuell betreut. "Durch unser Franchise-System bieten wir einheitliche Service-Garantien, aber individualisiert auf dem jeweiligen lokalen Markt."

Die Branche reagiert abwartend auf den neuen Akteur am Markt. "Es gibt immer mal wieder Ansätze von Franchise-Maklern, den deutschen Markt zu erobern. Auf dem traditionell von inhabergeführten Maklerunternehmen geprägten Markt haben Franchise-Systeme es aber schwer", sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Maklerverbandes IVD. Deutsche Verbraucher würden rein amerikanisch geprägte Geschäftsmodelle selten honorieren. Für kleine, lokale Maklerunternehmen, die sich bisher keinen Namen machen konnten, könne es jedoch von Vorteil sein, unter einem Markennamen aufzutreten, meint Schick und betont: "Wir freuen uns über neue, professionelle Maklerunternehmen am Markt."

Auch die Sparkassentochter LBS Immobilien (LBSI) sieht dem neuen Konkurrenten gelassen entgegen. "Wir machen uns da relativ wenig Sorgen und warten ab, was passiert", sagt Roland Hustert, Geschäftsführer von LBS I Nordrhein-Westfalen. Die meisten der Objekte kämen von Sparkassen-Kunden. Großmakler Engel & Völkers, der wie Century 21 auf Franchising setzt, sieht die Amerikaner nicht als Konkurrenz, da sie nicht im Premium-Segment aktiv sind.