Sicherheit

Rauchmelder sollen Leben retten

In immer mehr Bundesländern sind die Geräte in Wohnräumen gesetzlich vorgeschrieben

Rund 500 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland bei Bränden. 70 Prozent der Opfer trifft es laut Forum Brandrauchprävention nachts in den eigenen vier Wänden.

Den Tod bringt aber nicht das Feuer, sondern der Rauch - 95 Prozent der Brandtoten sterben an einer Rauchvergiftung. "Wenn ich schlafe, ist der Geruchssinn weitestgehend ausgeschaltet, deshalb werde ich auch nicht wach, wenn es brennt", erklärt Christian Rudolph, Vorstand der bundesweiten Kampagne "Rauchmelder retten Leben" des Forums Brandrauchprävention in Berlin. Drei bis vier Atemzüge können ausreichen, um an einer Rauchvergiftung zu sterben.

Rauchmelder nehmen schon schwache Schwaden wahr und geben schrill Alarm. Der Einbau ist inzwischen in zehn Bundesländern gesetzlich geregelt. Unter anderem in Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern sind sie in privaten Wohnräumen Pflicht. "Ab 2015 haben wir eine flächendeckende Ausstattung", prognostiziert Rudolph.

Nur Rauchmelder, die eine CE-Kennzeichnung und die DIN-Angabe "EN 14604" tragen, dürfen auf dem Markt sein. Damit garantieren die Hersteller, geltende EU-Bestimmungen einzuhalten. Geräte und Batterien sollten mindestens zehn Jahre halten, rät Christian Rudolph. "Rauchmelder gibt es im Angebot schon für 4 oder 5 Euro. Für einen guten Rauchmelder sollte man aber schon 20 Euro anlegen", sagt Prof. Ulrich Adolph vom TÜV Nord Cert.

Wer in einem Land mit Rauchmelderpflicht in einer Mietwohnung wohnt, muss sich um die Anschaffung der Geräte keine Gedanken machen. Dafür ist der Vermieter zuständig, ebenso für die Wartung. Sind Rauchmelder im Fall eines Brandes nicht betriebsbereit, hafte der Vermieter - es sei denn, er könne die ordnungsgemäße Prüfung nachweisen. Den Einbau zahle meist der Vermieter, die Wartungskosten können allerdings in der Nebenkostenabrechnung auftauchen, sagt Christian Rudolph.

Hauseigentümer müssen selbst für ihre Sicherheit sorgen. Da Rauch nach oben steigt, müssen Rauchmelder immer an der Decke und möglichst in der Raummitte angebracht werden. Zu Wänden und Raumteilern sollte mindestens 50 Zentimeter Abstand sein. Verbraucher haben die Wahl zwischen kleb- und schraubbaren Rauchmeldern. Die klebenden Geräte seien qualitativ nicht schlechter als andere, brauchen aber eine saubere und ebene Unterlage, sagt Christian Rudolph. Inzwischen gibt es sogar Modelle, die im Ernstfall nicht nur Leben retten, sondern auch als originelle Wohnaccessoires durchgehen: Lutz Paare und Steffen Breidbach aus Hamburg haben sich einen butterblumengelben Rauchmelder in Sonnenform patentieren lassen.

In Ländern mit Rauchmelderpflicht muss es die Lebensretter laut Gesetz in Kinder- und Schlafzimmern sowie in Fluren, über die Fluchtwege gehen, geben. In England und den USA sei die Zahl der Rauchgastoten seit Einführung der Feuermelderpflicht jeweils um 40 Prozent zurückgegangen, sagt Rudolph. Ähnlich zeige sich der Trend in Deutschland.