Kredite

Tipps für die Immobilienfinanzierung

Ein günstiger Kreditzins allein entscheidet nicht über die letztendlichen Kreditkosten

Wer ein Haus kauft, macht sich in der Regel über verschiedene Finanzierungsvarianten schlau, bevor er sich für ein Modell entscheidet. "Bei der Immobilienfinanzierung lassen sich im Laufe der Schuldenrückführung mehrere Tausend Euro sparen - wenn man zu Beginn die richtigen Weichen stellt", sagt Manfred Hölscher, Leiter des Bielefelder Baugeldvermittlers Enderlein.

"Obwohl die Kreditzinsen manchmal um mehr als 1,5 Prozentpunkte differieren, verlassen sich immer noch viele Kreditnehmer einzig auf das Angebot der Hausbank oder vertrauen der erstbesten Empfehlung", warnt Hölscher. Das kann teuer werden. Ein günstiger Zins allein mache jedoch auf Dauer keine gute Immobilienfinanzierung. Der Experte empfiehlt das Darlehen zu wählen, das den eigenen Bedürfnissen am besten gerecht wird. Wer mit einer Standardtilgung von einem Prozent startet, muss sich auf eine längere Gesamtlaufzeit einstellen. Deshalb sollen Kreditnehmer sich vorab verschiedene Tilgungspläne erstellen lassen. Momentan sind die Aufschläge für lange Zinsbindungen sehr gering. So gibt es Kredite mit 15 Jahren Zinsbindung ab rund 2,8 Prozent und mit 20 Jahren Zinsbindung ab 2,9 Prozent. Damit kosten diese Kredite, die mehr Planungssicherheit bieten, nur unwesentlich mehr als klassische 10-Jahres-Finanzierungen. "Gerade wer mit wenig Eigenkapital finanziert oder niedrig tilgt, sollte Langläufer wählen", rät Hölscher. Wer hier auf kurze Laufzeiten setzt und auf dauerhaft niedrige Zinsen hofft, riskiert bei fehlender Liquidität die komplette Immobilie.

"Je mehr Eigenkapital eingesetzt werden kann, desto günstiger ist der Zinssatz, weil das Risiko der Bank sinkt. Wir empfehlen einen Eigenkapitalanteil von rund 20 Prozent. Zudem raten wir zu einem zusätzlichen Polster für 'Unvorhergesehenes'", sagt Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher von dem Berliner Baufinanzierer Dr. Klein & Co. AG.

Die Monatsrate für den Kredit sollte in der Regel 30 bis 50 Prozent des Monatsnettoeinkommens nicht übersteigen. Auch wer selbst baut, sollte vorsichtig sein: Im Normalfall können maximal 5 bis 10 Prozent der Finanzierungssumme durch Eigenleistungen erbracht werden, mehr ist nicht realistisch.