Energie

Wenn die Natur zu Hause mitheizt

Wärmepumpen sind eine Alternative für Hausbesitzer, die ohne fossile Brennstoffe wie Gas und Öl auskommen wollen

Schon in einigen Meter Tiefe ist der Boden immer warm. Jeder Hausbesitzer kann sich diese Wärme ins Haus leiten. Auch die Luft kann Heizenergie liefern. Die Technik ist zwar teuer, wird aber vom Staat gefördert.

"Der Markt entwickelt sich positiv", sagt Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin. Bei den Neubauten hätten Wärmepumpen einen Marktanteil von rund 30 Prozent, Tendenz steigend. In Rohren wird Kältemittel durch den Boden, in das Grundwasser oder ins Freie geleitet. Es nimmt die Wärme der Umgebung auf und verdampft zu Gas. Die Wärmepumpe verdichtet und heizt dieses noch weiter auf. Der Wärmetauscher nimmt die Hitze auf und gibt sie an das Warmwassersystem der Heizung weiter. Im Sommer kühlen bestimmte Modelle auch das Haus und ersetzen eine Klimaanlage.

"Um 100 Prozent Wärme für die Beheizung eines Gebäudes gewinnen zu können, benötigt die Wärmepumpe lediglich zwischen 25 und 35 Prozent Strom als Antriebsenergie", sagt Sven Kersten von der EnergieAgentur NRW in Düsseldorf. Die restlichen 65 bis 75 Prozent seien Umweltwärme. Ein Vorteil sei, dass die Technik wenig Platz braucht, sagt Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe in Berlin. Ein Lagerraum im Haus wie für Öltanks oder Pellets ist unnötig, ebenso ein Schornstein oder der Gasanschluss. Zudem brauchen Wärmepumpen kaum Wartung.

"Gut geeignet sind Wärmepumpen für Gebäude mit einem Heizleistungsbedarf unter zehn Kilowatt", sagt Thomas Weber, Bausachverständiger und Leiter des Regionalbüros Fulda des Verbandes Privater Bauherren. Diesen Bedarf haben beispielsweise Neubauten, die nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung entstehen. Entscheiden können sich Verbraucher zwischen drei Varianten: Pumpen, die das Wasser der Zentralheizung von Luft, Erdwärme oder Grundwasser erwärmen lassen. Letztere gelten als besonders effizient, aber sie werden aus Wasserschutzgründen laut dena nur noch selten genehmigt. "Luftwärmepumpen sind einfach zu installieren, energetisch aber nicht so wirkungsvoll wie Erdwärmepumpen", erläutert Stolte. Nachteil der Anlagen sind ihre hohen Anschaffungskosten - auch wenn diese vom Staat bezuschusst werden. Aus dem Marktanreizprogramm der Bundesregierung gibt es für die Anschaffung von erdgekoppelten Anlagen derzeit mindestens 2800 Euro und für Luft-Wärmepumpen mindestens 1300 Euro. Der Förderantrag geht an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Eine Luftwärmepumpe kostet etwa 12.000 Euro. Da für eine Erdwärmepumpe aufwendig Sonden in der Erde verlegt werden müssen, belaufen sich laut Kersten die Kosten auf 20.000 bis 25.000 Euro. Die Investitionen rentieren sich nach circa sieben bis zehn Jahren.