Hausverwalter

Schlichter und Manager

Hausverwalter sollten für ihre Klienten immer ansprechbar sein und ihnen bei allen Problemen sowie Konfliktsituationen helfen

Ein großes Haus mit vielen Eigentums- oder Mietswohnungen zu verwalten, ist nicht immer einfach. Die Interessen und Wünsche von verschiedenen Parteien zu vereinen, unter einen Hut zu bringen, die Mieter oder Eigentümer gerecht zu behandeln und eine gemeinsame Sprache zu finden, ist sehr wichtig und manchmal auch schwierig.

Zudem muss der Hausverwalter für seine Klienten immer da und ansprechbar sein und ihnen bei allen Problemen und Konflikten Hilfestellungen leisten. Mit anderen Worten tragen Hausverwaltungen eine große Verantwortung und müssen sich dieser besonderen Funktion auch immer bewusst sein. "Ein guter Hausverwalter sollte eine anerkannte Ausbildung wie Immobilienfachwirt oder ähnliches haben, gute Menschenkenntnisse besitzen, kaufmännische Grundlagen gut kennen, kommunikativ sein, als Mediator fungieren können und deeskalierend wirken, also nicht polarisieren", sagt Harriet Wollenberg, stellvertretende Landesvorsitzende des Immobilienverbandes Deutschland (IVD). Außerdem müsse er gute "technische Kenntnisse haben, die aktuellen Rechtsprechungen im Mietrecht und Immobilienbereich gut kennen und die Bedürfnisse seiner Mieter oder Eigentümer zügig umsetzen".

Leider ist der Beruf des Hausverwalters nicht geschützt. Theoretisch kann sich jeder Hausverwalter nennen und in diesem Bereich auch arbeiten. "Die Politiker müssen die Voraussetzungen schaffen. Eine Berufsausbildung zum Immobilienkaufmann sollte zu den Mindestanforderungen gehören", betont Wollenberg.

Um Hausverwalter einer Wohnungseigentümergemeinschaft zu werden, braucht man in der Regel lediglich eine Gewerbeerlaubnis, mehr nicht. Die Hausverwalter müssen für einen gerechten Ablauf der Verwaltungsarbeit sorgen und dafür Sorge tragen, dass im gemeinsamen Topf der Eigentümer immer eine ausreichende Instandsetzungsrücklage besteht. Das verwaltete Haus muss technisch in einem absolut korrekten Zustand sein. Da Hausverwalter für den Schaden und für alle nicht eingehaltenen vertraglichen Bestimmungen persönlich haftbar gemacht werden können, ist es sinnvoll, eine Vermögens- und Betriebsschadensversicherung abzuschließen.

Optimale Hausverwalter sollten immer neutral zu ihren Klienten sein. Zu ihren Aufgaben gehört auch eine gute Buchführung, weil sie mit dem Geld ihrer Klienten umgehen. Außerdem müssen sie alle gesetzlichen Bestimmungen in ihre Arbeit integrieren und auch einhalten. "Es kommen immer neue rechtliche Aspekte auf uns zu. Deshalb sollten sich Hausverwalter regelmäßig fortbilden und die neuen Gesetze kennen", meint Wollenberg.

Ihr Fazit: "Es gibt eine Faustregel. Ein Sachbearbeiter bei einer Hausverwaltung sollte in der Regel nicht mehr als 300 Wohnobjekte bearbeiten. Sonst ist er überfordert und vieles bleibt auf der Strecke."