Finanzierung

Was der Umzug kosten kann

Eine Studie zeigt Preisunterschiede - Checklisten helfen bei der Planung

Berlin - Rund 4,8 Mio. deutsche Haushalte ziehen jedes Jahr um. Viele nutzen dazu Umzugsfirmen. Bevor ein Umzugsunternehmen beauftragt wird, ist vieles zu bedenken. Hilfreich können bei der Planung Checklisten sein, eine steht über Immonet.de als download zur Verfügung. Um einen besseren Überblick über das Angebot und die Preise der Umzugsfirmen zu gewinnen, hat das Verbraucherportal preisvergleich.de bundesweit in einer Studie 1300 Umzugsunternehmen in den 120 größten deutschen Städten befragt. Allerdings waren nur 705 Umzugsfirmen zu einer Preisauskunft bereit. Außerdem ignorierten viele Unternehmen E-Mail-Anfragen komplett. Verbraucher zahlen laut Studie im Schnitt 859 Euro für den Umzug aus einer Drei-Zimmer-Wohnung - für das Tragen aus und wieder in die Wohnung, das Be- und Entladen sowie die Lkw-Fahrt in einem Radius von zehn Kilometern.

Im Vergleich dazu geben nach einer Marktstudie der Umzug AG 66 Prozent der befragten Verbraucher 1000 Euro für ihren Umzug aus - ein Viertel sogar bis zu 5000 Euro. Trotz vieler seriöser und zuverlässiger Umzugsfirmen können Umzüge auch schnell zur Abzock-Falle werden. Unseriöse Möbelspediteure werben zuweilen mit Dumpingpreisen, wonach beispielsweise ein Lkw, vier Arbeitskräfte und vier Stunden Arbeit lediglich 200 Euro kosten sollen. Vor allem in Wurfsendungen ködern dubiose Anbieter mit solchen Lockangeboten ahnungslose Menschen - auch in Berlin. Was viele zudem nicht wissen: Wurden für einen Umzug vier Stunden fest vereinbart und wird diese Zeit dann jedoch überschritten, werden ab der vierten Stunde hohe Aufschläge fällig.

Verbraucher sollten zudem darauf achten, dass die Umzugsfirma ihre Adresse und Telefonnummer angibt - am besten ist eine Festnetznummer. Wenn in einer Anzeige nur eine Handynummer steht, wird bei einer Reklamation kaum jemand zu erreichen sein.

Viele Umzugsfirmen lassen ihre Kunden über das Zustandekommen der berechneten Umzugs-Preise im Unklaren. Wer nicht aufpasst, wird leicht über den Tisch gezogen und muss seine Sorglosigkeit dann teuer bezahlen. So schlagen leicht einige 100 Euro mehr als eigentlich notwendig zu Buche. Zudem unterscheiden sich die Preise von Stadt zu Stadt teilweise erheblich.

Laut Studie des Verbraucherportals ist der Umzug in Rheinland-Pfalz mit 1236 Euro am teuersten. Es folgen Baden-Württemberg mit 993 Euro, Bayern mit 963 Euro und Nordrhein-Westfalen mit 935 Euro. Am preisgünstigsten ist ein Umzug in Sachsen mit durchschnittlich 691 Euro.

Bei den Städten sind die Kosten unverhältnismäßig hoch in Mainz (1418 Euro), Tübingen (1373 Euro), Koblenz (1333 Euro), München (1095 Euro), Stuttgart (1050 Euro) und Düsseldorf (1002 Euro). Am günstigsten dagegen sind Umzüge in Frankfurt a.M. (788 Euro), Potsdam (775 Euro), Berlin (753 Euro), Cottbus (700 Euro) und Leipzig (588 Euro).

Häufig bieten Umzugsfirmen überteuerte Versicherungspolicen an. Zusätzliche Sonderversicherungen sind in der Regel unnötig und nur bei besonders wertvollen Möbeln zu empfehlen. Derzeit gilt für Umzugsfirmen die Haftungshöhe von 620 Euro pro Kubikmeter Umzugsgut. Es ist daher sinnvoll, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genau zu studieren und auf Zusätze im Vertrag in Bezug auf besondere Wertsachen zu achten. So ist in den AGB meistens ein Hinweis auf Haftungsausschluss bei unabwendbaren Ereignissen wie Sturm, starkem Regen oder Erdbeben enthalten. Offensichtliche Schäden sind dem Vertragspartner einen Tag nach dem Umzug schriftlich zu melden. 14 Tage hat man Zeit, um verdeckte Mängel wie etwa einen beschädigten Schrank zu melden.

Für den Umzug von Antiquitäten oder Kunstgegenständen ist eine zusätzliche Versicherung empfehlenswert. Für Umzugsgüter im Wert von rund 100.000 Euro kostet diese etwa 1000 Euro.

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