Energie sparen

Verglüht in alle Ewigkeit

Glühbirnen dürfen ab dem 1. September nicht mehr hergestellt werden. Zum Glück gibt es Alternativen

Noch ist Zeit für Hamsterkäufe: Lagerbestände der 25- und 40-Watt-Glühlampen werden weiterhin angeboten. Ab September werden aber keine Modelle über zehn Watt mehr produziert. Alternativen sind Energiespar- und Halogenlampen sowie LEDs. Das müssen Verbraucher wissen:

Helligkeit und Lichtfarbe

Die Glühbirne - von Experten als Glühlampe bezeichnet - wurde nach der Wattzahl ausgesucht. Bei Energiesparlampen ist dieser Wert geringer. Für einen Vergleich gibt es eine Formel: "Ganz grob: Die Leuchtstärke der Glühlampe durch vier geteilt ergibt die Wattzahl der Energiesparlampe", sagt Erhard Bülow, Energieberater der Verbraucherzentrale Berlin. Eine Energiesparlampe mit 15 Watt ist also etwa so hell wie eine 60-Watt-Glühbirne. Aber die Wattzahl wird bald von den Verpackungen verschwinden. Denn die Helligkeit von Energiesparlampen wird in Lumen (ln) angegeben.

Wer die 25-Watt-Lampe adäquat ersetzen will, greift zu einer energiesparenden Lampe mit 200 Lumen (7 Watt). Die 40-Watt-Lampe wird mit einer Lichtleistung von 400 Lumen (9 Watt) ersetzt, die 60-Watt-Glühbirne mit 700 Lumen (15 Watt) und das 75-Watt-Modell mit 1000 Lumen (20 Watt). Die Helligkeit einer 100-Watt-Glühbirne entspricht der einer Energiesparlampe mit 1400 Lumen (23 Watt).

Die Lichtfarbe wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) angegeben. 2700 bis 3300 K schaffen ein warmes Weiß. "Die richtige Stärke fürs Wohnzimmer", sagt Bülow. Mit 4000 K werde die Arbeitsfläche in der Küche in ein neutrales Weiß getaucht. Tageslichtweiß und damit so hell wie im Büro werde es mit 6000 K.

Anlaufzeit und Brenndauer

Im Treppenhaus, im Keller oder im Bad sollte darauf geachtet werden, dass die Birne schnell hell wird, erläutert Franziska Müller von der Deutschen Umwelthilfe in Berlin. "Beträgt die Anlaufzeit laut Verpackung 15 Sekunden, heißt das, dass in dieser Zeit 60 Prozent der Helligkeit erreicht sind." Neben diesem Wert empfiehlt sie, auf die Schaltfestigkeit der Modelle zu achten - dort, wo häufig das Licht an- und ausgeknipst werde.

Die Deutsche Umwelthilfe hat eine 60-Watt-Glühlampe mit einer 11-Watt-Energiesparlampe bei einer Brenndauer von täglich drei Stunden verglichen: Die Glühlampe verbraucht rund 66 Kilowattstunden Strom, die Energiesparlampe nur 12. Die CO2-Emission der Glühlampe liegt bei 39,2 Kilogramm, die Energiesparlampe stößt 7,2 Kilogramm aus.

Energiesparlampen ohne Vorwärmfunktion leuchten rund 6000 Stunden, zeigt die Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) auf. Das sei etwa fünfmal so lang wie eine Glühlampe. Mit Vorwärmfunktion können sie auf bis zu 15 000 Betriebsstunden kommen. LEDs leuchten rund 15 000 Stunden.

Inhaltsstoff und Entsorgung

Energiesparlampen enthalten geringe Mengen giftigen Quecksilbers. Seit Januar 2012 beträgt dieser Grenzwert 3,5 Milligramm, ab 2013 seien nur noch 2,5 Milligramm erlaubt, sagt Müller. Dass die Lampen zerbrechen, passiere jedoch nur selten. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Verbraucher Lampen mit Splitterschutz kaufen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, sofort zu lüften, wenn doch einmal eine Lampe zerbrochen ist. Alle Personen und Haustiere sollten für eine Viertelstunde das Zimmer verlassen. Die Bruchreste sollten dann bei geöffnetem Fenster entsorgt werden. Mit einem angefeuchteten Papiertuch gehe das am besten, rät die Initiative EnergieEffizienz. Die Scherben werden luftdicht in einer Plastiktüte verpackt.

Die Glühbirne darf natürlich weiterhin in den Hausmüll. Energiesparlampen, LEDs und Halogenlampen dagegen müssen zu Sammelstellen gebracht werden, allerdings nehmen mittlerweile auch viele Verkaufsstellen die Leuchtmittel zurück.

Standard und Zukunft

Halogenlampen brauchen bis zu 30 Prozent weniger Energie als die klassische Glühlampe, sagt Müller. Aber auch ihr Ende naht. Bis 2016 müssen Hersteller Halogenlampen so verbessern, dass sie die Energieeffizienzklasse B schaffen. Die meisten rangieren derzeit in Klasse C - und können auch nicht besser werden, so die Expertin. Modelle, die den höheren Standard erfüllen, heißen etwa Niedervolt-Halogenlampen.

Wer also mit den derzeit verfügbaren Energiesparlampen nichts zu tun haben will, muss nicht verzweifeln - sie sind eine Übergangs-Technologie. Im Handel finden sich neben den Restposten auch Alternativen, etwa Halogenlampen. Und innovative Technologien wie die Leuchtdioden-Lampen (LEDs) sind längst auf dem Vormarsch. Diese sind im Moment noch teuer und liefern oft nicht die gewünschte Qualität. Aber dies dürfte sich bald ändern.

"In sieben bis zehn Jahren werden LEDs zum Massenprodukt", sagt die Energieexpertin Stéphanie Zangl. Sie setzt neben den LEDs auch auf die sogenannten organischen Leuchtdioden (OLEDs). Diese werden laut Zangl nie dagewesene Lichteffekte bringen. Die hauchfeinen Leuchtfolien könnten als Tapeten eingesetzt werden, erklärt die Wissenschaftlerin, die unter anderem für das Öko-Institut in Freiburg gearbeitet hat.