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Kein Mangel: Die Wohnfläche darf zehn Prozent kleiner sein ++ Ersatzanspruch: Austauschkosten bei Schlüsselverlust ++ Renovieren: Wenn rauchende Mieter zum Problem werden

Die Wohnfläche darf zehn Prozent kleiner sein

Nur wenn die tatsächliche Wohnfläche um mehr als zehn Prozent kleiner ist, als im Mietvertrag beschrieben, liegt ein Wohnungsmangel vor (BGH VIII ZR 133/03). Die Höhe der Mietminderung ergibt sich dann aus dem Umfang der Abweichungen. Ermittelt wird die Wohnfläche bei Mietvertragsabschlüssen bis zum 31. Dezember 2003 normalerweise nach der II. Berechnungsverordnung. Seit dem 1. Januar 2004 richtet sie sich grundsätzlich nach der Wohnflächenverordnung. Anderes gilt laut Bundesgerichtshof (BGH VIII ZR 68/08) nur, wenn Abweichendes im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart wurde.

Austauschkosten bei Schlüsselverlust

Der Vermieter kann grundsätzlich keine neue Schließanlage auf Kosten des Mieters einbauen, wenn davon auszugehen ist, dass der Finder keine Rückschlüsse auf den Eigentümer und seine Adresse ziehen kann. Dies entschied das Landgericht Berlin (Urteil v. 10.11.1987, 64 S 196/87). Anders sieht es aus, wenn eine missbräuchliche Verwendung der Schlüssel zu befürchten ist. Hier besteht ein Ersatzanspruch (KG Berlin, Az.: 8 U 151/07).

Wenn rauchende Mieter zum Problem werden

Starkes Rauchen ist ohne eine anderweitige Abrede im Mietvertrag als vertragsgemäß anzusehen. Beeinträchtigungen durch Zigarettenemissionen müssen hingenommen werden (AG Berlin-Schöneberg, (AZ: 3 C 227/08). Nur in Extremfällen ergibt sich eine Schadensersatzpflicht, so der BGH (Az.: VIII ZR 37/07). Gemeint sind Verschlechterungen, die sich nicht mehr durch Schönheitsreparaturen, sondern nur noch durch Instandsetzungsarbeiten beseitigen lassen.