Hausdesign

Wohnen und arbeiten auf dem Wasser

Floatinghäuser werden auch hier beliebter. In Berlin werden sie meist als Büros genutzt

Die Idee stammt aus Holland und den skandinavischen Ländern. Dort sind Floatinghäuser sehr beliebt. Viele Niederländer oder Skandinavier wohnen gern direkt auf dem Wasser.

Man braucht kein Grundstück und kann das Haus bei Bedarf über Wasserwege woanders hin transportieren. "Inzwischen sind Floatinghäuser auch in Berlin und Brandenburg sehr populär", erklärt Thomas Kaltwasser, Projektmanager bei der Mahlo Bau GmbH. Das Unternehmen produziert unter anderem auch Floatinghäuser.

Diese schwimmenden Wohnhäuser werden auf Schwimmkörpern (Ponton) aus Stahl beziehungsweise aus Stahlbeton aufgebaut. Außerdem wird der Ponton an Dalben befestigt und mit dem Kai beziehungsweise Steg verbunden. Damit das Bewegungsverhalten im Wasser ausgeglichen werden kann, gleitet der Schwimmkörper an den Dalben.

Der Stahlbetonponton ist durch seine Trägheit und Stabilität sowie der geschätzten Lebenszeit ein solides Fundament. Das Wohnhaus wird bevorzugt in Holz als Fertigteilhaus hergestellt. "Überzeugend stellen sich die Ökobilanz und bauphysikalischen Eigenschaften wie die Behaglichkeit und gesundes Raumklima dar", sagt Kaltwasser.

In Berlin wurde das erste Floatinghaus 2003 am Tegeler Hafen gebaut und durch das Bezirksamt Reinickendorf als Tourismusinformationsbüro genutzt. Danach wurde ein zweites schwimmendes Haus am Schloss Köpenick errichtet und diente als Büro der Marina. Später kamen Häuser an der Ostsee, auf der Boddenseite in Barth, Kröslin und Krummin, dazu. Derzeit sind rund 50 Floatinghäuser in der Planung und Genehmigungsphase.

Die meisten Menschen können sich ein Leben auf dem Wasser, zumindest zeitweise, gut vorstellen. Die Nutzung von Wasserflächen durch Boote und Schiffe sind umfassend geregelt.

Die Errichtung von schwimmenden Häusern hat bisher in der Gesetzgebung noch nicht genügend Beachtung gefunden. Zumal die Landesbauordnungen hoheitlich den Ländern unterliegen und diese sich noch beträchtlich unterscheiden.

Es kommt vor, dass Projekte scheitern, weil zwischen den einzelnen Ämtern nicht immer eine sofortige Einigung erzielt werden kann. "Man wohnt in einem Floatinghaus mitten in der Natur, das Wasser beruhigt, man hat ein gutes Lebensgefühl und eine sehr kurze Bauzeit", betont Kaltwasser. Der Rohbau von Floatinghäusern dauert in der Regel rund sechs Wochen.