Gastkolumne

Wer Haus und Geld verwaltet

Einer muss es tun: Eine Wohneigentümergemeinschaft braucht eine Hausverwaltung. Theoretisch kann das auch ein Eigentümer machen.

In der Praxis ist meist ein professioneller Verwalter mit dem Management der Wohnanlage beauftragt. Allerdings ist der Beruf des Hausverwalters hierzulande gesetzlich nicht geschützt. Somit ist nicht gesichert, dass jemand, der "Hausverwalter" auf seiner Visitenkarte stehen hat, auch entsprechende Qualifikationen vorweisen kann. Wohneigentümer sollten bei der Wahl eines Verwalters also mit Bedacht vorgehen, sie vertrauen ihm schließlich ihr Eigentum und ihr Kapital an.

Von den schwarzen Schafen, die sich in jeder Branche tummeln können, mal ganz zu schweigen - auch für ein Missmanagement des Gebäudes kommen die Eigentümer selbst auf. Manche bemerken über Jahre nicht, wenn die Betriebskostenabrechnung nach einem falschen Verteilerschlüssel abgerechnet wird und sie im Prinzip für ihre Nachbarn mitbezahlen. Auch bei größeren Baumaßnahmen ist fachliches und kaufmännisches Know-how unerlässlich. Unnötige Aufträge oder zu kostspielige Reparaturen kommen alle teuer zu stehen. Insofern ist eine professionelle Hausverwaltung mit gut aus- und stets weitergebildeten Immobilienkaufleuten ein sinnvolles Investment.

Das Aufgabenfeld eines Verwalters ist weitreichend: Er kontrolliert unter anderem die Zahlungen des Hausgeldes, rechnet die Betriebskosten ab und schließt Verträge mit externen Dienstleistern. Außerdem wacht er über die Instandhaltungsrücklagen der Gemeinschaft, damit sie bei Modernisierungen liquide ist. Eine gute Kenntnis des Gebäudezustands hilft bei der vorausschauenden Planung, daher wird der Hausverwalter auch meist über mehrere Jahre bestellt. Maximal ist ein Zeitraum von fünf, bei der Erstbestellung von drei Jahren möglich. Eine Hausverwaltung findet man im Internet oder im Telefonbuch, ein anderer Weg sind Empfehlungen. Sinnvoll ist der Kontakt über einen Fachverband, dieser ist unvoreingenommen und kennt seine Mitglieder sowie deren Leistungsfähigkeit. Hauptsache, das Haus wird professionell gemanagt. Denn einer muss es ja tun.

Hans-Georg Kranz ist Experte und Geschäftsführer der BWG, eines der größten WEG-Verwalter Berlins

Nächste Woche: Instandhaltungsrücklage (Teil 1)