Interview

"Der Preis soll auch Bauherren motivieren"

Torsten Förster vom Informationszentrum Beton ist Ansprechpartner für "Zukunft Wohnen 2012"

Berliner Morgenpost:

An wen richtet sich der Architekturpreis "Zukunft Wohnen", wer darf sich bewerben?

Torsten Förster:

Architekten und Bauherren dürfen sich mit ihren Projekten bewerben, sofern diese für Wohnzwecke genutzt werden. Allerdings müssen alle Gebäude bereits fertiggestellt sein und sich sozusagen schon im Alltag und in der Nutzung bewährt haben.

Kann sich auch der einfache Bauherr mit seinem neuen Haus im Grünen bewerben?

Natürlich. Gewohnt wird schließlich nicht nur am Ku'damm oder im Penthouse am Potsdamer Platz. Uns geht es mit dem Preis um gute Wohnideen für alle Ansprüche. Weil diese natürlich ganz verschieden sind, werden mehrere Kategorien ausgelobt, sodass auch das neue Haus im Grünen eine Chance hat.

Wo und wie bewirbt man sich?

Der Architekturpreis Zukunft Wohnen wird alle zwei Jahre ausgelobt. Eingereicht werden müssen Zeichnungen oder Fotos von den Projekten, damit die Jury sich ein genaues Bild machen kann. Dazu kommen noch einige technische Daten - vor allem wenn es um Fragen der Energieeffizienz geht.

Nach welchen Kriterien wird der Preis vergeben?

Es geht um qualitätvolle Lösungen, was sich auf Architektur, Funktion und Konstruktion gleichermaßen bezieht. Die Jury bewertet auch Aspekte wie Nutzungsflexibilität, Kosten- und Energieeffizienz.

Gibt es eine Gewichtung, und wie wichtig ist der Zukunftsaspekt der Projekte?

Der Gedanke, dass sich Qualität, Dauerhaftigkeit und Kostenbewusstsein über lange Zeiträume bewähren müssen, ist der rote Faden über alle Vergabekriterien hinweg. Lösungen für den Wohnungsbau, die sich nach zehn Jahren überholt haben, nützen weder den Eigentümern noch den Nutzern. Insofern ist der Zukunftsaspekt für die Vergabe des Preises zentral.

Wodurch haben sich die Preisträger der vergangenen Jahre ausgezeichnet, was war das Besondere an den Projekten?

Die Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass ein zusätzlicher Mehrwert für den Einzelnen oder aber die Gemeinschaft entsteht. Mehrgenerationenwohnen ist ein solches Stichwort. Oder ein zusätzlicher Stadtplatz für das ganze Quartier, wie es den Architekten einer Baugruppe hier in Berlin am ehemaligen Mauerstreifen gelungen ist. Zugleich sind dort ganz individuelle Wohnungen entstanden, und dennoch ist das Gesamtgebäude vornehm und zurückhaltend.

Jedes Projekt ist völlig verschieden und auf seine Art einzigartig. Der Architekturpreis Zukunft Wohnen prämiert genau das und soll zum gründlichen Planen und Bauen anregen. Nicht immer ist die erste Idee auch die beste.

Was passiert mit den Preisträgern?

Der Preis ist mit einem Preisgeld von insgesamt 24.000 Euro dotiert. Im Oktober findet für dieses Jahr die öffentliche Preisverleihung im Rahmen eines Symposiums im Bundesbauministerium statt. Dabei geht es darum, die Projekte vorzustellen und vor allem die prämierten Ideen bekannt zu machen. Wir denken, dass gute Beispiele anspornen. Letztlich will ein Architekturpreis immer auch andere Architekten und Bauherren motivieren und besonders gute Projekte auch ein bisschen belohnen und bekannter machen.