Architektur

Neues Bauhaus-Museum entsteht in Weimar

Neubau und Ausstattung soll rund 23 Millionen Euro kosten

- Das Neue Bauhaus-Museum in Weimar soll 2015 stehen. Der Neubau werde international das Signal setzen, "das Bauhaus kommt aus Weimar", sagte Thüringens Kulturminister Christoph Matschie (SPD). Der 22,6 Millionen Euro teure Neubau samt Ausstattung soll die Anfangszeit der bedeutendsten Architektur- und Designschule des 20. Jahrhunderts nachvollziehen. Das Bauhaus war 1919 von Walter Gropius in der Klassikerstadt gegründet worden.

Die Klassik Stiftung setzte mit der Präsentation des Siegermodells - einem Kubus mit klarer horizontaler Gliederung - ein entscheidendes Signal. Gewinner des internationalen Architekturwettbewerbs mit 536 eingereichten Arbeiten ist die Berliner Architektin Heike Hanada in Zusammenarbeit mit Benedikt Tonon. Baubeginn wird nach Angaben der Stiftung bereits 2013 sein.

Der Bauort am Rande der Altstadt ist einer der schwierigsten Orte, den Stadt und Klassik Stiftung finden konnten. Er befindet sich an der Schnittstelle zwischen dem klassischen Weimar und dem NS-Gauforum. Die Architekten standen vor der Herausforderung, für ein bisher vernachlässigtes Areal einen Museumsentwurf zu präsentieren, der international Maßstäbe setzt. Die beiden Sieger entwarfen einen geometrisch einfachen Gebäudekörper, der nach Ansicht der Jury städtebaulich Akzente setzt und sich in den Weimarhallen-Park einfügt.

Wolfgang Holler, Generaldirektor der Museen der Klassik Stiftung, verspricht sich zudem mit dem Bauhaus-Museum "eine Öffnung in die Welt hinein, noch stärker als mit Goethe". Umfragen bei Weimar-Besuchern aus aller Welt zeigten, dass das Bauhaus eine noch größere Anziehungskraft ausübe. "Wir haben versucht, eine eigenständige Vision zwischen Klassik und Moderne zu schaffen", erklärte Hanada. Die Fassade des Baukörpers aus gegossenem Beton werde von horizontalen Glasbändern gegliedert, die durch schwarze Streifen unterbrochen würden und so einen Rhythmus ergäben. Nachts sollen dünne LED-Linien dem Haus einen besonders Lichteffekt verleihen.

Die Besucher werden durch eine überdimensionale Tür in das Foyer geführt, an das sich Veranstaltungsräume und Werkstätten anschließen. Auf rund 2250 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden die Weimarer Bauhaus-Zeit, ihre Entstehung und Verbreitung sichtbar gemacht.