Finanzierung

Mehr Geld vom Staat für die Energieberatung vor Ort

Der Bund erhöht die Fördersätze um bis zu 39 Prozent

- Hausbesitzer, die ihr Domizil energetisch sanieren wollen, erhalten seit 1. Juli mehr Geld vom Staat. Auch Wohnungsunternehmen können ab sofort das Angebot nutzen. Die höhere Förderung gibt es bundesweit für eine Gebäudeenergieberatung im Vorfeld einer Sanierung. Bei Häusern mit bis zu zwei Wohneinheiten steigt der Zuschuss für eine Vor-Ort-Beratung von 300 auf 400 Euro. Ab drei Wohneinheiten sind es jetzt 500 Euro anstatt bisher 360 Euro.

Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg begrüßt die Erhöhung der Fördersätze. "Die Gebäudeenergieberatung wird mit den höheren Zuschüssen für Hausbesitzer jetzt deutlich attraktiver." Energieberater begutachten sanierungsbedürftige Wohnhäuser vom Keller bis zum Dach und helfen bei der Sanierungsplanung. Neu ist jetzt auch, dass das Programm ab sofort nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von kleineren und mittleren Unternehmen als Eigentümer von Wohngebäuden genutzt werden kann.

Von weiteren Verbesserungen des zuständigen Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle (BAFA) profitieren die Hausbesitzer ebenfalls: Die Dienstleistung des Energieberaters umfasst in Zukunft ein individuelles Sanierungskonzept bis hin zu einem Effizienzhaus sowie einen Beratungsbericht, in dem sie einen konkreten Maßnahmenfahrplan vorschlagen.

"Eine festgelegte Reihenfolge mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen lohnt sich", sagt Claudia Rist. "Wer genug Finanzmittel hat, kann die energetische Sanierung dann sogar in einem Zug realisieren. Mit weniger Geld sind aber vorerst auch nur die ersten Maßnahmen durchführbar, ohne dass es bei weiteren zu Komplikationen kommt." Die Neuerung soll unkoordinierte Einzelaktionen unterbinden helfen, die sich gegenseitig behindern.

Bei einer Vor-Ort-Energieberatung gibt es außerdem Zuschüsse über 50 Euro für eine Stromeinsparberatung und 100 Euro für eine thermografische Untersuchung. Dagegen wurde in dem neuen Programm die Bonusförderung von Luftdichtigkeitsprüfungen gestrichen.

Ziel von den Vor-Ort-Beratungen ist es, bestehende Wohnhäuser, die vor 1995 gebaut wurden, auf ein Effizienzhausniveau zu sanieren. Häuser mit diesem KfW-Label haben einen Energiebedarf, der den von vergleichbaren Neubauten nicht übersteigt, sondern ihn zum großen Teil sogar unterbietet.

Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer neutral über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten. Das Programm des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat seinen Sitz in Stuttgart und wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) umgesetzt.

Weitere Informationen erhalten Hausbesitzer beim kostenfreien Beratungstelefon von Zukunft Altbau unter 08000 12 33 33 oder unter www.zukunftaltbau.de. Hier ist ein nützlicher Leitfaden zu finden, auch als Broschüre zum downloaden. In zehn Schritten wird erklärt, wie Hausbesitzer erfolgreich sanieren. Dazu gehören Kenntnisse über die aktuelle Gesetzeslage, eine professionelle Planung sowie eine gute Finanzierung und nicht zuletzt eine fachlich korrekte Umsetzung auf der Baustelle.