Geld

Irrtümer und Missverständnisse

Zur Maklerprovision gibt es viele Fragen. Außerdem sind etliche Fallstricke zu beachten

Die Immobilie ist gefunden, die Verträge sind unterzeichnet - der Makler verlangt seine Provision. Oft kommt es an dieser Stelle zu Irritationen und Streitfällen, denn Mieter oder Käufer von Immobilien haben nicht selten falsche Vorstellungen davon, wann eine Maklerprovision zu zahlen ist und wann nicht.

Muss ein Vertrag vorliegen? Viele Käufer oder Mieter gehen irrtümlich davon aus, dass zwischen Makler und Verkäufer oder Vermieter ein Vertrag vorliegen muss. Das ist aber nicht erforderlich. Der § 652 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) regelt, dass es für die Provisionsverpflichtung eines Käufers gegenüber dem Makler nicht auf einen Vertrag ankommt. Der Makler muss lediglich nachweisen, dass es seiner Tätigkeit zu verdanken ist, dass der Kauf- oder Mietvertrag zustande gekommen ist.

Ist eine Vereinbarung nötig? Wie beim Makler-Vertrag bedarf es keiner ausdrücklichen Provisionsvereinbarung im Vorfeld. Der Kunde geht bereits dann eine Provisionsverpflichtung ein, wenn im Exposé der Hinweis auf eine Makler-Provision gegeben wird und der Kunde vom Makler weitere Informationen anfordert. Gezahlt werden muss aber nur, wenn Kauf- oder Mietvertrag unterzeichnet sind.

Wovon hängt die Höhe ab? Die Höhe der Provision ist nicht vom Arbeitsaufwand des Maklers abhängig. Die Makler-Provision ist nämlich nicht durch den Arbeitsaufwand begründet, sondern dadurch, dass die Bemühungen des Maklers den Geschäftsabschluss ermöglicht haben. Laut Gesetz muss der Makler den Nachweis über die Vermittlung des Miet- oder Kaufobjektes erbringen. Es reicht also aus, wenn der Makler dem Kunden Objekt und Verkäufer nennt. Weitere Dienstleistungen sind nicht erforderlich, damit der Makler am Ende eine Rechnung stellen darf.

Wohnung ohne Makler Wer die Maklerprovision für eine Immobilie umgehen möchte, sollte den Vermieter oder Eigentümer direkt ansprechen und darauf achten, dass ein Makler außen vor gelassen wird. In jedem Fall müssen Käufer oder Mieter nachweisen können, dass sie ohne vorherigen Maklerkontakt die Verkaufs- oder Vermietungsabsicht kannten. Es reicht nicht, dass sie das Haus oder den Eigentümer kannten.

Mehrere Makler Sind mehrere Makler im Spiel, kann es sein, dass am Ende jeder rechtmäßig auf eine Provision besteht. Probleme zeichnen sich ab, wenn sowohl Verkäufer als auch Käufer jeweils einen Makler eingeschaltet haben. Dann sollten die Beteiligten die Provisionsfrage direkt und vorab mit den Vermittlern klären. Mithilfe von Freistellungsvereinbarungen kann man verhindern, dass man am Ende doppelte Kosten zu tragen hat. Vorsicht ist immer geboten, wenn man es beim gleichen Objekt nacheinander mit mehreren Maklern zu tun hat. Unter Umständen könnte eine doppelte Provisionspflicht bestehen. Das Gericht entscheidet das immer für den Einzelfall.

Geplatzte Verträge Wenn ein Kauf- oder Mietvertrag nach der Unterzeichnung platzt, muss der Makler die Provision in der Regel nicht zurückzahlen. Entscheidend ist allein, dass der Hauptvertrag unterschrieben wurde. Eine Umsetzung ist nicht erforderlich.