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Ins Grundbuch kann nicht jeder Interessent einsehen ++ Kosten für die Bewertung sind im Erbfall absetzbar

Ins Grundbuch kann nicht jeder Interessent einsehen

Wenn jemand finanzielle Forderungen hat, ist es durchaus verständlich, dass er dieses Geld einzutreiben versucht. So ging es einer Berlinerin, der ein im Einzugsbereich des Amtsgerichts Niebüll lebender Mann mehr als 10.000 Euro schuldete. Der Gerichtsvollzieher fand in der Wohnung des Hartz-IV-Empfängers nichts Pfändbares. Daraufhin wandte sich die Frau an das Grundbuchamt und wollte wissen, ob ihr Schuldner vielleicht der Eigentümer des Hauses sei, in dem er wohnte. Die Behörde verneinte dies. In einem nächsten Schritt wollte die Berlinerin wissen, wie denn der Eigentümer heiße und wo er zu erreichen sei. Sie erhoffte sich, weitere Informationen über den Schuldner zu erhalten. Doch hier machte das Grundbuchamt nicht mehr mit. Die gewünschte Information wurde nicht weitergegeben. "Das Grundbuch ist anders als das Handelsregister kein öffentliches Register, in das jeder zu Informationszwecken Einsicht nehmen kann", urteilte das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht. Es müssten sachliche Gründe vorgetragen werden, damit bloße Neugierde ausgeschlossen werden könne. (Az.: 2 W 234/10)

Kosten für die Bewertung sind im Erbfall absetzbar

Direkte Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Erbfall sind als sogenannte Nachlassverbindlichkeiten steuerlich absetzbar. Dazu zählen Bestattungskosten sowie Ausgaben für die Grabpflege, aber auch Kosten für die Testamentseröffnung. Ein Betroffener machte auch die Bewertung einer hinterlassenen Immobilie durch einen Sachverständigen geltend. Nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS hielten Richter das für vertretbar. Ein Mann hatte mehreren Erben ein großes Vermögen hinterlassen, unter anderem einen umfangreichen Immobilienbesitz. Doch damit wurden die Betroffenen zunächst nicht glücklich, denn sie stritten über Wert und Aufteilung der Grundstücke. Man schaltete zwischenzeitlich einen Sachverständigen ein, der die Immobilien begutachtete. Die Kosten dafür seien absetzbar, so der BGH. (BGH, Az.: II R 37/08)