Design

Ideen für die Wohnung der Zukunft

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Simone Andrea Mayer

Sie ist klein und beengt, und doch soll alles unterkommen. Da müssen Möbel vieles in einem sein

Wenn die Designer von heute an die Wohnung von morgen denken, dann denken sie klein. Weil Wohnraum in Großstädten knapper und teurer wird beziehungsweise viel zu viel Besitz die vorhandenen Räume verstopft, sucht der Designnachwuchs intensiv nach Lösungen für kleine Räume und flexible Wohnsituationen.

Gute Ideen dafür haben vor allem junge Japaner wie Makoto Inagaki von Aun 2H4 Design aus Tokio. "Möbel nehmen schlicht Platz weg", sagt der Designer. "Auch in Europa, wo man viel in den Wohnungen hortet, wird der fehlende Platz langsam zum Problem." Er versuche daher minimalistische, aber flexible Möbel zu gestalten: Eine Garderobe, bei der Haken weg- und dafür vier Füße ausgeklappt werden können, wird umgekippt zum Tisch. Eine Bank kann wie ein Fächer ausgeklappt werden, und jedes ihrer Teile verbirgt eine Schublade. Oder ein viereckiges Regal aus Pappmaschee kann wie ein Karton flach gelegt und verstaut werden.

Über Einraumwohnungen hat sich Francesco della Valle, Designer von Arkimera, Gedanken gemacht: Wie können die Möbel am besten arrangiert werden, damit neben einer Schlafstätte auch ein Wohn- und Essbereich entsteht? Er legte beide zusammen. Sein Sofa hat die Lehne in der Mitte und somit Sitzflächen auf zwei Seiten: Eine diene als Bank am Esstisch, die andere zeige in Richtung Fernseher und bleibe Möbel zum Relaxen.

Möglichst vielen Zwecken dienen soll auch "Reforma" von Sandra Cabello Carvajal vom Instituto Europeo di Design Madrid-Barcelona: Sein Raumtrenner ist aus Pappmaschee mit exakt ausgeschnittenen Umrissen für Teller, Vasen oder den Besen, was ihn gleichzeitig zum Regal für die zum Raum offene Küche macht. Dank der Löcher, die nicht alle gefüllt sind, können sich Menschen auf beiden Seiten sehen und kommunizieren.

Am wenigsten Platz nimmt die Idee der Design Facility weg. Sie nutzt die Farbe an der Wand als Halterung für Wohnaccessoires: Das elastische Material wird wie Farbe an die Wand gestrichen. Ist es angetrocknet, greift man zu Spezialwerkzeug, das wie ein Pizzaschneider aussieht: Es wird damit zweimal parallel in die Farbe eingeschnitten und das Mittelteil leicht herausgezogen. Dahinter wird ein Gegenstand - zum Beispiel eine Schere oder ein Stift - geklemmt, der so an der Wand hält und jederzeit herausgenommen werden kann. Mit einem Spezialpinsel lassen sich auch kleine Farbnasen oder ganze Miniregale an der Wand formen, die Postkarten oder gar Bügel halten.

Spieldecke und Box für die Spielsachen in einem ist Lana Agiyans Entwurf einer überdimensionalen Stoffblume. Ihre Blätter können mit einem Reißverschluss zusammengefügt werden, sodass der entstehende knospenförmige Hohlraum entweder als Spielhütte oder als Lager für die Spielsachen dienen kann. Sind die Blätter offen, sind sie eine flauschige Unterlage auf dem Boden.

( dpa )