Kontrolle

Verwalter muss ständig kontrolliert werden

Kontoführung auf Fehlbestände untersuchen

Wohnungseigentümer, die den Umgang ihres Verwalters mit ihrem Vermögen erst bei Auffälligkeiten effektiv prüfen, riskieren oft den Verlust ihrer Gelder. Das zeigt jetzt ein Urteil des Oberlandesgerichts Zweibrücken (4 U 73/11), auf das der Verbraucherschutzverein Wohnen im Eigentum hinweist.

In dem verhandelten Fall war ein Verwalter für mehr als 70 Wohnungseigentumsanlagen zuständig. Er fing bereits Ende der 80er-Jahre an, seine Finanzlöcher mit den Mitteln der Eigentümergemeinschaften zu füllen, über deren Konten er Vollmacht hatte. Das fiel lange nicht einmal auf, weil er Fehlbestände auf einem Konto bei Bedarf durch Überweisungen von Konten anderer Gemeinschaften deckte.

Erst 2008 wurden erstmals Eigentümer misstrauisch und schalteten einen Wirtschaftsprüfer ein, der allein für ihre Anlage einen Fehlbestand von 50.000 Euro feststellte. Der Verwalter versprach, das Geld mit Hilfe seiner Familie zurückzuzahlen. Tatsächlich wurde der Gemeinschaft das Geld von einem Konto der Tochter des Verwalters überwiesen. Der hatte es jedoch vorher von Konten anderer Gemeinschaften abgezweigt. Diese versuchten daraufhin, ihr Geld von den Empfängern zurückzubekommen, doch das Oberlandesgericht lehnte dies ab: Die Gemeinschaft konnte davon ausgehen, dass der Verwalter das ihnen zustehende Geld überwiesen hatte, sie darf es also behalten.

Der Verein Wohnen im Eigentum rät, die Wirtschaftlichkeit der Verwaltung von Wohneigentumsanlagen und insbesondere die Kontoführung kontinuierlich und konsequent zu kontrollieren - nicht erst bei Auffälligkeiten. Nur das schütze sicher vor großen Verlusten. Infos sind unter www.wohnen-im-eigentum.de verfügbar.

( BM )