Gartenschmuck

Gartenhecken locken viele Singvögel an

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Simone Augustin

Die Früchte sind dekorativ und dienen den Tieren bis in den Winter als Nahrung. Sinnvoll ist die Verwendung heimischer Sträucher

Im Frühling und Sommer faszinieren ihre Konzerte: Singvögel wie Amsel, Rotkehlchen, Singdrossel und Co. bereichern einen Garten. Doch oft sind die Bedingungen wenig einladend für die Tiere. Inmitten von akkurat geschnittenen Hecken und aufgeräumten Beeten finden sie nur wenig Nahrung, Unterschlupf oder Brutraum.

Eine Singvogelhecke kann ein erster Schritt zu einem naturnahen und tierfreundlicheren Garten sein. Darunter versteht man frei wachsende, früchtetragende Hecken aus heimischen Pflanzen, die den Vögeln eine Nahrungsgrundlage bieten. "Zum einen, weil die Blüten Insekten anziehen, die von den Vögeln gefressen werden. Aber auch, weil die Früchte lange in den Winter hinein am Strauch hängen und die Vögel versorgen", erklärt Gärtnerin Melanie Wiethölter. Im dichten Geäst finden Vögel außerdem Platz zum Nisten und Brüten.

Eine Singvogelhecke hat zwar einen hohen Platzbedarf, mit der richtigen Pflanzenwahl lässt sie sich jedoch auch in kleineren Gärten realisieren. "Die Dimensionen sollten vorab gut geplant werden, denn Vogelhecken werden möglichst wenig bis gar nicht beschnitten und können daher schnell groß werden", sagt Gärtnerin Wiethölter.

Für kleinere Grundstücke empfiehlt sie deshalb neben der Blutjohannisbeere (Ribes sanguineum) auch die Kartoffelrose (Rosa rugosa) oder den Fingerstrauch (Potentilla). Aber auch die Berberitze bietet sich für kleinere Gärten an. "Der Vorteil dieses Strauches ist, dass die Stacheln den Vögeln Schutz vor Feinden wie etwa Katzen bieten", sagt Melanie Wiethölter. Außerdem ziehen die attraktiven Blüten - wie die der anderen heimischen Sträucher auch - Insekten an. Die genannten Beispiele sind allesamt kleinwüchsig, anspruchslos und eher unkompliziert. Die Gartenexpertin rät, generell den Boden vor der Pflanzung aller Sträucher tiefgründig zu lockern, denn nach der Durchwurzelung sei das nicht mehr möglich.

Egal, ob für einen großen oder kleinen Garten, es sollten möglichst verschiedene heimische Sträucher für die Hecke gewählt werden. "Rotbuche, Holunder, Wildapfel, Liguster, Schlehe und Schneeball bieten den Vögeln ganz unterschiedliche Vorzüge", erklärt Rüdiger Wohlers vom Naturschutzbund (NABU). So brauche die Singdrossel eine deutlich höhere Sitzwarte als ein Rotkehlchen. Der Umweltexperte erklärt, dass sich die Chance zur Ansiedlung des hervorragenden Sängers außerdem erhöhe, wenn die Hecke an eine offene Landschaft grenzt.

Heimische Heckenpflanzen, die sowohl Blüten, als auch Früchte tragen, sollten exotischen Gehölzen wie Thuja und Zypresse vorgezogen werden. Letztere geben zwar Schutz, können den Gartenbewohnern aber keine Nahrung liefern. "Die Beeren der Eberesche sind hingegen eine wahre Vitaminbombe für die Vögel", sagt Wohlers. Und Schlehenbeeren bleiben noch bis weit in den Winter hinein hängen und somit lange für die Sänger verfügbar. Achten sollte man zum Schutz von Kindern jedoch darauf, dass keine giftigen Pflanzen wie das Pfaffenhütchen in einem Garten zum Einsatz kommen.

Frühblühende und später blühende Sträucher können laut Melanie Wiethölter sehr schön zu einer ansprechenden und vielfältigen Hecke kombiniert werden. "Zu den ersten Nahrungslieferanten für Bienen zählt beispielsweise die Kornelkirsche." Etwas später blühe dann die Felsenbirne, deren Früchte besonders Amseln anziehen. Frühblühende Pflanzen wie Schneeglöckchen, Buschwindröschen oder Leberblümchen eignen sich als erste Hingucker des Jahres hervorragend zur Bepflanzung für das Unterholz.

Um den Charakter eines Schutzwalls zu erhalten, werden die Sträucher bei der Pflanzung näher als normalerweise üblich aneinander gesetzt. Hecken sollten nur im Herbst geschnitten werden, um brütende Vögel nicht zu stören.