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Lack ist auch gleich Rostschutz

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Stephanie Hoenig

Vor dem Streichen müssen die Balkongeländer oder Zäune gründlich abgeschliffen werden

Balkongeländer, schmiedeeiserne Gitter oder Zäune, aber auch Gartenmöbel und Kinderspielgeräte aus Metall können von Rost regelrecht aufgefressen werden. Daher sollten erkennbare Mängel, vor allem im Außenbereich, gründlich entrostet und mit einer neuen Versiegelung geschützt werden. Diese Arbeit kann auch ein Heimwerker selbst erledigen.

Rost entsteht, wenn Metall mit Sauerstoff und Feuchtigkeit in Berührung kommt. "Bei der Sanierung bereits angegriffener Oberflächen muss der Rost gründlich abgeschliffen oder abgebürstet werden", sagt Michael Pommer, Trainer an der DIY-Academy. Andernfalls fresse sich der Rost unter dem neuen Anstrich weiter ins Metall. Roststellen und loser Lack ließen sich gut mit einer Drahtbürste von Hand oder mit Rotationswerkzeugen mit Schleifaufsätzen sowie einen Einhandwinkelschleifer entfernen.

Giftiger Schleifstaub

Für die Feinarbeit in Ecken, Windungen und Kanten eignen sich Schleifpapier oder ein elektrisches Schleifgerät. Um sich vor herumfliegenden Schmutzteilchen zu schützen, empfehlen sich, für diese Arbeiten unbedingt feste Leder- oder Textilhandschuhe und eine Schutzbrille.

"Feiner Schleifstaub, der beim Abschleifen der alten Schutzschicht entsteht, kann gesundheitliche Probleme bereiten", warnt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Dies sei der Fall, wenn der alte Lack Schadstoffe enthält. Zum Beispiel entstehe beim Entfernen alter Bleimennige-Anstriche bleihaltiger Staub. Um das Risiko zu verringern, müsse man beim Schleifen unbedingt eine Atemschutzmaske tragen.

Nach dem Schleifen muss die komplette Fläche mit Wasser oder einem Metallreiniger gesäubert werden und trocknen. Kleine Löcher oder Vertiefungen werden am besten mit einer Spachtelmasse aufgefüllt und erneut angeschliffen. Denn später aufgetragener Rostschutz allein helfe zwar, die Korrosion aufzuhalten, könne aber eine Schwachstelle im Material nicht wiederherstellen.

"Nach diesen wichtigen Vorarbeiten wird das Metall grundiert, vorgestrichen und anschließend mit der Farbe behandelt", erklärt Ludger Küper von der Paint Quality Institute. Die verwendeten Produkte sollten möglichst vom gleichen Hersteller und aus dem gleichen Produktsystem stammen. Nur so sei gewährleistet, dass die Produkte aufeinander abgestimmt sind. "Als Alternative zum mühsamen Aufbau einer Lackschicht gibt es Metallschutzprodukte, die Rostschutz, Grundierung und Decklack in einem bieten", sagt Küper. Das Verarbeiten der Kombinationsprodukte spare Zeit. Aber ein einmaliger Anstrich reiche zum Schutz des Metalls nicht aus. Heimwerker sollten die Farbe mindestens zweimal dick auftragen.

Mit der Farbpistole

Es muss aber nicht wiederholt der Pinsel geschwungen werden: "Metallzäune, Tore und Gitter können von Heimwerkern auch mit einer elektrostatischen Farbpistole lackiert werden", sagt Bauexperte Pommer. Hier wird Lackpulver aus einer batteriebetriebenen Farbpistole auf die Metallobjekte geschossen - und zwar von allen Seiten gleichmäßig und in der optimalen Schichtstärke.

Das Pulver ist elektrostatisch aufgeladen. Der Vorteil dabei: Diese aufgeladenen Farbtröpfchen werden den Angaben zufolge von metallenen Gegenständen stärker angezogen als von nicht metallenen Objekten in der Umgebung. Und Farbpartikel, die nicht die Vorderseite des Metallteils treffen, werden im Vorbeiflug angezogen und lackieren so die Rückseite.

Rostschutz kann nur wirken, wenn zuvor der alte Rost auch gut entfernt wurde. Wenn möglich, das heißt wenn das Werkstück transportabel ist, sollte der Stahl in einem Fachbetrieb sandgestrahlt werden.