Preisindex

Der Bau von Eigenheimen wird kostspieliger

Preise sind seit 2005 um gut ein Fünftel gestiegen

Bauen wird deutlich teurer. So sind die Baupreise in Berlin in den vergangenen Jahren deutlich schneller gestiegen als die Preise für die Lebenshaltung. Damit ist Bauen in der Hauptstadt mehr als ein Fünftel teurer als 2005, während die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum nur um gut zehn Prozent stiegen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte, hält der Anstieg an. Der Baupreisindex lag im Februar drei Prozent über dem Vorjahreswert. Teurer wurden der Roh- und Ausbau. Bauleistungen an Einfamilienhäusern waren 3,1 Prozent teurer als im Februar des vergangenen Jahres, bei Mehrfamilienhäusern und Gewerbegebäuden waren es 2,5 Prozent.

Die Bauherren in Brandenburg müssen ebenfalls tiefer ins Portemonnaie greifen. Die Preise hätten im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,7 Prozent zugelegt, teilte das Potsdamer Statistikamt mit. Vor allem die Preiserhöhungen für Rohbauleistungen (plus 4,1 Prozent) und Arbeiten zum Schutz vor Grundwasser und Feuchtigkeit (plus 9,5 Prozent) schlagen deutlich zu Buche. Der Neubau von Mehr- und Einfamilienhäusern wurde ebenfalls kostspieliger.

Branche jammert trotzdem

Grund für den Preisauftrieb ist die anziehende Bautätigkeit. Das Bauhauptgewerbe hatte 2011 das beste Umsatzergebnis seit Anfang der neunziger Jahre eingefahren, weil niedrige Zinsen den privaten Wohnungsbau ankurbelten. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten stärkte zudem das Interesse an Wohnimmobilien, so dass wieder deutlich mehr Baugenehmigungen beantragt und erteilt wurden. Der Aufwärtstrend dürfte anhalten, zumal keine Zinswende ansteht.

"Die immer weiter steigenden Preise stellen für die Wohnungswirtschaft ein ernstes Problem dar", sagt Walter Rasch, Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Bei Bauarbeiten an Wohngebäuden habe es in den vergangenen zwölf Monaten keine Preisrückgänge gegeben.

Die Baupreise für Wohngebäude seien seit 2005 bis Ende 2011 im ganzen Land um 17 Prozent gestiegen. Bei Instandhaltungsarbeiten, ohne Schönheitsreparaturen, waren es 18 Prozent. "Dadurch nimmt der Druck auf Eigentümer immer mehr zu, Mieten aus Kostengründen entsprechend anzuheben", sagt Rasch. Die Entwicklung der Einkommen sei aber nicht im gleichen Maße den Baupreisen gefolgt. Die steigenden Baupreise müssten auch vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Vorgaben für energetische Standards im Gebäudebereich (EnEV 2009/2012) im Blick behalten werden. Verbandschef Rasch: "Angedachte ordnungsrechtliche Verschärfungen oder gar gesetzliche Pflichten für Zwangssanierungen führen zu weiter steigenden Baukosten und damit zu Investitionshemmnissen und werden seitens des BFW strikt abgelehnt."