Steuern

Das Finanzamt hilft beim Putzen

Die Kosten für Haushaltshelfer können die Steuerlast mindern. Rechnungen aufheben

Putzen, bügeln, gärtnern, anstreichen - das Frühjahr verlockt, in Heim und Garten alles auf Vordermann zu bringen. Wer dafür Dienstleister beauftragt, kann den Fiskus an den Kosten beteiligen, denn viele Arbeiten werden als steuermindernd anerkannt. So können Steuerzahler viel Geld sparen - unabhängig davon, ob sie Hauseigentümer, Mieter oder Heimbewohner sind.

"Die drei Bereiche, in denen das Finanzamt Ausgaben anerkennt, sind Minijobs in Privathaushalten, haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen samt Pflege und Betreuung sowie Handwerkerleistungen in Privathaushalten", sagt Nora Schmidt-Keßeler von der Bundessteuerberaterkammer (BStBK). So können private Arbeitgeber von Minijobbern das Finanzamt mit zwanzig Prozent pro Jahr an den Kosten beteiligen. Der Höchstbetrag für die Einkommensteuererklärung liegt allerdings bei 510 Euro.

Deutlich mehr kann absetzen, wer zum Beispiel eine Agentur mit Putzarbeiten oder anderen haushaltsnahen Dienstleistungen beauftragt. "Zwanzig Prozent der Aufwendungen oder maximal 4000 Euro können von der Einkommensteuer abgezogen werden", sagt Schmidt-Keßeler. Was Vater Staat unter haushaltsnah versteht, hat das Bundesfinanzministerium in einem Leistungskatalog beschrieben.

Wer bar zahlt, verliert

Zu den rund 100 Aufgaben gehören zum Beispiel Hausreinigung, Fenster putzen, Bügeln, Gartenpflege, Beseitigen von Graffiti, Arbeiten an Dach, Fenster und Fassade, Schnee schippen, aber auch das Kochen für oder das Betreuen und Versorgen von Kindern, kranken, alten und pflegebedürftigen Menschen. Mindestvoraussetzung für den Steuerbonus ist ein die Beschäftigung regelnder Vertrag. Darüber hinaus müssen die Leistungen über ein Konto bezahlt werden - Bares erkennt das Finanzamt nicht an. Außerdem kommt ein Abzug nicht in Betracht, "wenn das Beschäftigungsverhältnis zwischen nahen Angehörigen besteht, die im gleichen Haushalt leben", erklärt Isabel Klocke, Referentin für Steuerrecht beim Bund der Steuerzahler Deutschland.

Das gilt für Ehepaare, Eltern und Kindern in einer Wohnung ebenso wie für nicht-eheliche Partnerschaften. Leben Kinder in ihrem eigenen Haushalt und versorgen die kranken Eltern in deren eigener Wohnung, stehen die Chancen auf Kohle vom Fiskus besser. Heimbewohner profitieren laut Steuerberaterkammer vom Bonus unter anderem, wenn sie im abschließbaren Appartement leben und den Haushalt selbst führen.

Staat zahlt für Reparaturen

Handwerkerleistungen sind eine weitere Steuersparoption. Das Finanzamt finanziert etwa das Streichen von Fenstern, Türen und Heizung mit, die Modernisierung von Bad und Küche, die Reparatur von Waschmaschine, Fernseher und PC oder das neue Terrassenpflaster. Selbst an den Schornsteinfeger-Gebühren können Steuerzahler den Staat beteiligen. Auch hier gilt: Der Steuerzahler muss Auftraggeber sein, und bei Mietern müssen die Aufwendungen in der Nebenkostenabrechnung stehen.

Zwanzig Prozent der Arbeitskosten, höchstens jedoch 1200 Euro im Jahr, werden in der Einkommensteuererklärung abgezogen. Die Summe gilt pro Haushalt für das gesamte Jahr. Ziehen zwei alleinstehende Partner erst während des Jahres zusammen, kann laut Klocke noch "jeder den vollen Höchstbetrag in Anspruch nehmen" - macht zusammen 2400 Euro. Sind beide Partner Auftraggeber, können sie die Aufwendungen teilen oder dem Finanzamt eine andere Aufteilung mitteilen, so Klocke. Der Einfachheit halber macht der den Bonus geltend, von dessen Konto die Rechnung abgebucht wurde.

Ohne Rechnung geht nichts

Der Fiskus erkennt ausschließlich innerhalb der EU erbrachte Leistungen an. Der Handwerker selbst kann Kleinunternehmer sein, der Eintrag in die Handwerkerrolle ist nicht erforderlich. Was aber zwingend erforderlich ist, sind Rechnung und Kontoüberweisung. Fehlen sie, streikt das Finanzamt. Bei den Rechnungen wird auf Arbeits- und Fahrkosten sowie die Umsatzsteuer geachtet. Alles sollte getrennt ausgewiesen sein. Materialkosten werden beim Steuerbonus nicht berücksichtigt.

Das Schönste kommt zum Schluss: Die Steuersparvarianten Minijob, haushaltsnahe Dienstleistung und Handwerkerarbeiten sind kombinierbar. Die Förderung gibt es aber nur dann, wenn die Aufwendungen nicht unter Betriebsausgaben oder Werbungskosten fallen oder zu den Pflege- und Betreuungsleistungen gehören.