Geld

Kein Anrecht auf teure Abstandszahlungen

Wer auszieht, muss die Wohnung im ursprünglichen Zustand übergeben

Die Freude über die schönste Wohnung schlägt schnell in Frust um, wenn der Vormieter hohe Abstandszahlungen fordert, etwa für die Einbauküche oder eine teure Deckenbeleuchtung. Doch Wohnungssuchende müssen gar nicht immer zahlen.

Gerade wenn Wohnungen ohne Makler weitervermietet werden sollen, enthalten Anzeigen oft den Zusatz: "Abstand Voraussetzung". Dann möchte der Mieter den Vorteil nutzen, dass nur er den Vermieter kennt und Nachmieter vorschlagen kann. Zudem glauben manche, sie könnten schon deshalb abkassieren, weil der Wohnungssuchende die Maklercourtrage spart.

Dabei kann der aktuelle Mieter grundsätzlich überhaupt nichts beanspruchen. Nur dafür, dass die Wohnung geräumt wird, ist ein Entgelt (Abstand) sogar gesetzlich verboten (§ 4a Wohnungsvermittlungsgesetz). Lediglich den Ersatz von nachweislichen Umzugskosten hat der Gesetzgeber davon ausgenommen.

Wer auszieht, ist nach den meisten Mietverträgen verpflichtet, Einbauten wie etwa eine Küchenzeile oder Parkettboden zu entfernen. Die Wohnung muss in dem Zustand zurückgegeben werden, wie sie beim Einzug war.

Wer eine Wohnung sucht, kann daher erklären, dass er auf jegliche Einbauten verzichtet und die Wohnung lieber im Originalzustand beziehen würde. Und die Adresse des Vermieters lässt sich auch bei den Nachbarn erfragen. Übrigens ist der Vermieter ohnehin nicht an Absprachen des Noch-Mieters gebunden. Seine Wohnung kann er jedem geben.

Wohnungssuchende, denen beispielsweise die Einkauküche gefällt, können eine Ablöse-Vereinbarung treffen, dass sie die Küche bei einem Einzug übernehmen würde. Dann wird aber auch die Pflicht gegenüber dem Vermieter übernommen, die Einbauten beim eigenen Auszug zu entfernen. Für die Überlassung der Einbauten kann dann auch Geld verlangt werden. Allerdings setzt der Gesetzgeber beim Preis Grenzen: "Die Vereinbarung ist unwirksam, soweit das Entgelt im auffälligen Missverhältnis zum Wert der Einrichtung oder des Inventarstücks steht", regelt das Wohnungsvermittlungsgesetz. Ein solches Missverhältnis besteht, wenn der Kaufpreis den Zeitwert um 50 Prozent übersteigt (BGH VIII ZR 212/96).