Garten

Vermieter kann keinen englischen Rasen fordern

Vertragliche Formulierungen allein helfen im Alltag oft nicht weiter. Häufig kommt es auf die Auslegung an.

Unter einer ordnungsgemäßen Gartenpflege zum Beispiel verstehen viele Menschen etwas höchst Unterschiedliches. Deswegen mussten sich damit auch schon Gerichte beschäftigen. In einem Fall, über den der LBS-Infodienst Recht und Steuern berichtet, waren Mieter und Vermieter eines Grundstücks der Meinung, die Gartengestaltung sei im Vertrag ganz klar geregelt. So hieß es, der Mieter habe sich um die Pflege des Gartens zu kümmern. Tue er das nicht, könne auf seine Kosten eine Firma damit beauftragt werden. Nach einiger Zeit stellte der Vermieter fest, dass aus dem von ihm geschätzten englischen Rasen eine Wiese mit Klee und Unkraut geworden war. Das wollte er nicht hinnehmen. Er sah in dieser Verwilderung des Rasens einen Vertragsbruch und forderte den Einsatz von Profis, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen.

Ein solches "Direktionsrecht" hinsichtlich der Gartengestaltung stehe dem Eigentümer aber zu, entschieden nacheinander Amts- und Landgericht in Köln. So viel Freiheit müsse gestattet sein, dass jeder nach seinem Geschmack vorgehe. "Wenn die Beklagten eine Wiese mit Wildkräutern einem englischen Rasen vorziehen, ist diese Veränderung nicht auf eine Vernachlässigung des Gartens im Sinne des Mietvertrages zurückzuführen." Nur bei einer offensichtlichen Vernachlässigung dürfe der Vermieter einschreiten (Az.:1 S 119/09).