Fernsehen

Die Angst vor einem schwarzen Bildschirm

Analoge Satelliten werden abgeschaltet. Im Idealfall reicht ein neues Empfangsgerät, aber viele müssen auch an die Schüssel ran

Auf den Bildschirmen von Millionen Fernsehzuschauern erscheint dieser Tage ein Laufband. Doch hier werden keine wichtigen Eilmeldungen verbreitet. Hier wird über den Umstieg von analoger auf digitale Satellitentechnik informiert. Wer in den kommenden Wochen nicht aktiv wird, sitzt ab Mai vor einem schwarzen Bildschirm. Dann werden die analogen Satelliten abgeschaltet. Deutlich mehr als eine Million Haushalte nutzen noch das herkömmliche TV-Signal und müssen handeln, schätzt Klaus Hofmann vom Projektbüro klardigital.

Im einfachsten Fall reicht ein neues Empfangsgerät. Unter Umständen sind aber auch Arbeiten an der Satellitenschüssel nötig, die möglichst ein Experte durchführen sollte. Dann ist Eile geboten. Stichproben haben ergeben, dass Handwerksbetriebe schon auf mehrere Wochen hinaus ausgebucht sind.

Ganz entspannt sein können Zuschauer, die ihre Fernsehprogramme über digitale Antennentechnik oder über Kabelnetze bekommen oder bereits mit digitaler Satellitentechnik ausgestattet sind. Das ist außer an den eingeblendeten Laufschriften, die nur Haushalte mit analoger Empfangstechnik erreichen, über die Videotextseite 198 der großen privaten und öffentlich-rechtlichen Programme zu sehen.

Wer noch ganz analog fernsieht, muss technisch aufrüsten. Die Schüssel auf dem Dach kann weiter verwendet werden. Der unter der Schüssel nach vorn ragende LNB sollte den Frequenzbereich zwischen 11,7 und 12,75 Gigahertz abdecken. Die Daten dazu finden sich entweder auf dem Typenschild am Gerät oder im Datenblatt. Ein neuer LNB ist schon ab zehn Euro zu haben. Bei größeren Anlagen ist zudem noch der Multischalter, über den mehrere Fernseher mit den TV-Signalen versorgt werden, von einem Fachmann auszutauschen. Kostenpunkt: etwa 50 Euro.

Schwierig ist der Umstieg bei Gemeinschaftsanlagen für Wohnblocks. Hier müssen der Eigentümer oder die Wohnungsgesellschaft aktiv werden.

In den Mietverträgen steht oft ein Passus, dass der Vermieter den TV-Empfang sicherstellt - mehr nicht. Einerseits muss er grundsätzlich die Kosten für die Umrüstung tragen, andererseits kann er die Miete erhöhen, wenn sich das TV-Angebot verbessert. Ob das durch die Umstellung von analog auf digital schon erfolgt, ist rechtlich umstritten.

Bleibt noch der Austausch des Receivers. Von der Anschaffung eines Billig-Modells für 30 Euro ist abzuraten. Die Geräte können zwar digitale Programme empfangen, aber nicht in hoher Auflösung. Um die neue Fernsehwelt nicht nur empfangen, sondern die bessere Qualität auch sehen zu können, muss es außerdem ein Flachbildfernseher mit "HD ready"- oder gleich "Full HD"-Technik sein. Die alten Röhrenmodelle kommen damit nicht zurecht. Bei der Wahl eines Receivers ist zu beachten, dass sich die öffentlich-rechtlichen HD-Programme nicht nur wiedergeben, sondern auch aufzeichnen lassen, ebenso die der Privatsender - diese allerdings nur in Standardauflösung. Wer mehr will, muss für einen Receiver auch mehr bezahlen.