Steuern

Finanzamt muss alte Zweitwohnung anerkennen

Wenn ein Berufstätiger an einem anderen Ort als dem Familienwohnsitz beschäftigt ist und dort wohnen muss, kann er dies steuerlich als doppelte Haushaltsführung geltend machen. Die zusätzlich entstandenen Fahrt- und Mietkosten sind also absetzbar.

Gilt das aber auch, wenn jemand nach einer Zwischenstation in eine bereits früher genutzte Zweitwohnung zurückkehrt und dafür erneut die doppelte Haushaltsführung geltend macht? Das ist nach Angaben des Infodienstes Recht und Steuern der LBS laut Bundesfinanzhof im Prinzip durchaus möglich (Az.: VI R 15/09).

In dem verhandelten Fall unterhielt ein Wissenschaftler neben seiner Familienwohnung eine Zweitwohnung. Letztere gab er auf, als er einen befristeten Lehrauftrag an einem anderen, dritten Ort wahrnahm. Nach einiger Zeit kehrte er aber aus dienstlichen Gründen wieder in die frühere Zweitwohnung zurück und forderte für diesen Aufenthalt erneut die doppelte Haushaltsführung ein.

Das machte das Finanzamt aber nicht mit. Eine derartige Rückkehr in dieselbe Immobilie könne steuerlich nicht mehr begünstigt werden, hieß es. Das hielt der Betroffene für übertrieben pingelig. Es sei doch für die doppelte Hauhaltsführung egal, ob erneut die alte Wohnung genutzt werde oder ein neues Objekt. Die Argumentation der Behörde schien den obersten Finanzrichtern nicht nachvollziehbar. Der frühere Zweithaushalt kann also erneut beim Finanzamt geltend gemacht werden.