Immobilienkauf

Bauträger dürfen Reservierungsgebühr verlangen

Potenzielle Käufer sollten sich aber nicht unter Druck setzen lassen

Auf den Verkaufs- beziehungsweise Vertriebsstart machen Bauträger mit Anzeigen im Internet und in Printmedien aufmerksam. Gleichzeitig werden bei größeren oder exklusiven Vorhaben Verkaufsbüros eröffnet, um den Kunden die Lage und das Grundstück näher zu bringen. Geöffnet sind diese meist unter der Woche ab nachmittags sowie am Wochenende, damit auch Berufstätige die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme haben.

Von potenziellen Immobilienkäufern, die sich noch Bedenkzeit erbitten, verlangen die meisten Bauträger eine sogenannte Reservierungsgebühr oder Vorverträge. Darauf weist der Entwickler Euro Grundinvest hin. 500 Euro, 1000 Euro oder 1500 Euro seien üblich. Beim Kauf werde der Betrag verrechnet beziehungsweise üblicherweise am Tag des Notartermins zurück überwiesen. Springe der Interessent ab, werde die Gebühr ganz oder teilweise einbehalten. Die Gebühren seien rechtens, wobei sie für den potenziellen Käufer keine hundertprozentige Kaufoption darstellen. Reservierungsgebühren seien wichtig, weil Bauträger dadurch mit einer ernsthaften und glaubhaften Kaufabsicht rechnen könnten. Kein potenzieller Käufer sollte sich aber unter Druck setzen lassen.

Etwa zwei bis vier Wochen, nachdem der Interessent den Kaufvertragsentwurf und die Teilungserklärung vorliegen hat, wird der Notartermin vereinbart. In dieser Zeit sollte der Interessent den Vertragsentwurf gemeinsam mit seinem Partner oder fachkundigen Bekannten prüfen. Geschlossen wird der Vertrag zwischen Grundstückseigentümer (Bauherr beziehungsweise Bauträger) und Käufer. Bei den meisten Bauträgern muss ein Eigenkapitalnachweis vorgelegt werden, in Form eines Kontoauszuges oder einer Finanzierungsbestätigung einer deutschen Bank. Ratsam ist das, wenn Finanzierung und Objekt nicht aus einer Hand kommen. Die Unterlagen müssen dem Bauträger zwei Werktage vor dem Notartermin vorgelegt werden.