Studie

Dreistellige Preisunterschiede bei Wohngebäude-Versicherungen

Hausrat- und Wohngebäudeversicherung sollen Verbraucher vor unkalkulierbaren Kosten durch Schäden rund ums Haus bewahren. Doch die Auswahl geeigneter Tarife fällt bei der Vielzahl der Produkte schwer.

Welche Anbieter günstige Policen und umfangreiche Versicherungsausstattungen bieten, hat jetzt das Deutsche Institut für Service-Qualität im Auftrag des Nachrichtensenders N-tv untersucht.

Die Preisdifferenzen für eine Hausratversicherung waren unabhängig von der Versicherungsausstattung enorm. In Leipzig konnten Kunden bei der Wahl des günstigsten Tarifes bis zu 78 Prozent sparen und zahlten dann nur 90,47 Euro im Jahr. Auch regionale Unterschiede waren deutlich zu sehen. So zahlten die Einwohner im bayerischen Erding mit durchschnittlich 136,05 Euro im Jahr nur halb so viel wie die Hamburger. "Das Gefahrenrisiko in einer Großstadt wird vom Versicherer höher eingestuft als auf dem Land, was sich dann auch in der Höhe der Prämie widerspiegelt", erklärt Markus Hamer, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts. Bei der Wohngebäudeversicherung schwankten die Prämien zwischen den einzelnen Standorten nicht ganz so stark. Allerdings gab es auch hier große Preisunterschiede innerhalb der Standorte. Im ostwestfälischen Minden war die Preisspanne der Jahresbeiträge mit 178,40 bis 645,83 Euro am größten.

Der Versicherungsschutz der Hausrat- und Wohngebäude-Produkte variierte teilweise stark. Positiv fiel dabei jedoch auf, dass in vielen Tarifen auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit in bestimmten Fällen verzichtet wurde. Das bedeutet, dass selbst vom Kunden mitverantwortete Schäden, beispielsweise ein gekipptes Fenster durch welches ein Dieb in die Wohnung gelangen konnte, mitversichert sind. Häufiger fehlten hingegen Leistungen wie die Absicherung von Schäden durch Phishing beim Online-Banking (Hausratversicherung) oder von Ableitungsrohren auf dem Grundstück (Wohngebäudeversicherung), hieß es. "Insgesamt muss der Verbraucher entscheiden, welche Leistungen für ihn relevant sind. Wer zum Beispiel kein Fahrrad besitzt, braucht dieses auch nicht abzusichern", so Service-Experte Hamer.

Testsieger im Bereich Hausratversicherung wurde HUK-Coburg mit dem Tarif Classic. Der Anbieter Bruderhilfe mit dem Tarif Classic und die WGV mit dem Optimal-Tarif erzielten Rang zwei und drei. Auch im Bereich Wohngebäudeversicherung ging HUK-Coburg als Testsieger hervor. Hier überzeugte der Tarif Classic mit WGplus des Anbieters. Rang zwei und drei belegte der Anbieter DEVK mit den Tarifen Wohngebäude-Komfort und Wohngebäude-Premium.

Im Rahmen einer umfassenden Analyse wurden insgesamt 87 Produkte im Bereich Hausrat- und Wohngebäudeversicherung von insgesamt 21 Versicherern untersucht. Basis für die Bewertung war ein zweistöckiges Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern. Die Versicherungsausstattung der Policen wurde anhand von insgesamt 44 Einzelkriterien unter die Lupe genommen. Zudem ermittelte das Institut die Tarife ohne Selbstbeteiligung für vier Standorte innerhalb Deutschlands zum Stand 1. März 2012. Die Ausstattung floss mit 60 Prozent und die Prämien mit 40 Prozent ein.