Justiz

Bei Streit mit dem Nachbarn ist eine Schlichtung ratsam

Mit einem Kompromiss lassen sich in aller Regel Streitigkeiten zwischen Nachbarn gütlich lösen. Hilft das nicht weiter, ist in den meisten Bundesländern ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren vorgesehen.

Auch danach sollte man bei erneuten Unstimmigkeiten eine einvernehmliche Lösung anstreben. Wie unbefriedigend ein Gerichtsverfahren für beide Seiten sein kann, zeigt ein vom Oberlandesgericht Frankfurt (4 U 240/09) entschiedener Fall. Zwei Nachbarn hatten sich in einem Schlichtungsverfahren darauf geeinigt, dass grenznahe Bäume maximal zwei Meter höher als eine auf der Grenze befindliche Mauer sein dürften. Ein Jahr danach schnitt einer der Nachbarn die auf sein Grundstück herüberragenden Äste und Zweige ab, ohne vorher mit seinem Nebenan zu sprechen.

Dieser verklagte ihn, dies künftig zu unterlassen und verlangte 2500 Euro als Ausgleich für die beschädigten Bäume sowie eine Beseitigung der Grenzmauer. Das Gericht entschied, dass herüberragende Zweige erst abgeschnitten werden dürften, nachdem man dem Nachbarn die Gelegenheit gegeben habe, dies innerhalb einer bestimmten Frist selbst zu tun.