Werbungskosten

Kosten im Erbstreit können die Steuerlast mindern

Wer im Zuge eines Erbstreits Eigentümer einer vermieteten Immobilie wird, kann die entstehenden Kosten als sofort abzugsfähige Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Auf ein entsprechendes Urteil des Finanzgerichts Münster macht die Wüstenrot Bausparkasse aufmerksam. Nach Auffassung des Gerichts stellen diese Kosten Anschaffungsnebenkosten dar und können mit Einnahmen aus der Vermietung verrechnet werden. Damit setzte sich das Gericht über die gegenteilige Position der obersten Finanzverwaltung hinweg.

In dem verhandelten Fall hatten die Kläger im Rahmen einer Erbauseinandersetzung Gebühren unter anderem für den Auseinandersetzungsvertrag und für die Grundbucheintragung zu bezahlen, von denen 4700 Euro auf die vermieteten Objekte entfielen. Das Finanzamt ließ diese Positionen unberücksichtigt. Es habe ein unentgeltlicher Erwerb der Immobilie vorgelegen, so dass solche Kosten weder als sofort abzugsfähige Werbungskosten, noch über die Absetzung für Abnutzung (AfA) berücksichtigt werden könnten.

Laut Gericht sind die angefallenen Kosten jedoch nicht dem Erbvorgang zuzuordnen, der nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs einen Werbungskostenabzug ausschließen würde. Ursächlich für die Kosten sei vielmehr die Erbauseinandersetzung, durch die der Kläger eine Einkunftsquelle geschaffen habe. (Az.: 13 K 1907/10)