Wohntraum

Ein Hauch von Schweden in Pankow

Wohnen wie Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga, die Romanhelden ihrer Kindheit - das war der Wunsch von Anne und Moritz Müller aus Pankow. "Wir haben fünf Jahre gesucht, bis wir das richtige Haus gefunden haben", erinnert sich Anne Müller.

Dann stand sie in Glienicke/Nordbahn endlich vor ihrem Traumhaus, einem Musterhaus von Aladomo: "Als wir es besichtigt haben, wussten wir schnell, das ist es. Schon als die Tür aufging, war er da, der Aha-Effekt, und wir waren uns sicher, ein Schwedenhaus muss es sein."

Dabei waren die jungen Berliner nicht nur vom Erscheinungsbild des Hauses beeindruckt: "Wir haben etwas Besonderes, Gemütliches und Familiäres gesucht. Überzeugt haben uns aber die günstigen Energiewerte, die Nachhaltigkeit und Dichtigkeit eines Schwedenhauses", betont Moritz Müller: "Beim derzeitigen Klimawandel ist es sehr wichtig, Energie nicht zu verschwenden."

Optimale Dämmung

So denken offenbar viele Kunden von Aladomo: "Die meisten sind Familien aus der Mittelschicht, die großen Wert auf ökologisches und werthaltiges Bauen legen", sagt Charlotte Lidman-Schlatow. Das Unternehmen baut zusammen mit dem schwedischen Hersteller Sjödalshus seit Jahrzehnten original Schwedenhäuser in Deutschland.

Auch Charlotte Lidman-Schlatow kommt aus Schweden. Sie lebt seit Jahren in Deutschland und kann die Vorbehalte gegen die skandinavische Holzbauweise nicht verstehen. "Schwedenhäuser sind hier ein Nischenprodukt, dabei gibt es in Skandinavien sogar Kirchen, die in der Bauweise errichtet wurden und seit Jahrhunderten erhalten sind."

Wer sich unter einem Schwedenhaus eine Holzhütte vorstellt, der irrt. Die Außenwand eines Schwedenhauses ist ungefähr38 Zentimeter dick und besteht neben Holz und Spanplatten zur Hälfte aus besonderen Dichtungs- und Dämmmaterialien wie Mineralwolle und Winddichtfolie. "Neben einer optimalen Dämmung kann das Haus aber auch atmen. Die Wände speichern keine Feuchte und trocknen im Sommer komplett aus. Probleme mit Schimmel gibt es nicht", erklärt Erik Sveen, Geschäftsführer von Aladomo in Glienicke/Nordbahn.

Schwedenhäuser halten die Wärme drinnen und tauschen die schlechte Luft dennoch alle zwei Stunden gegen saubere aus. Dafür sorgt eine spezielle Lüftungsanlage. "Selbst wenn wir in der Küche etwas braten, riecht es nicht unangenehm, und wir haben nicht mal eine Dunstabzugshaube", sagt Anne Müller.

Beheizt wird ihr Haus mit einer Luftwasserwärmepumpe, die bis zu einer Außentemperatur von minus 18 Grad selbstständig arbeitet. Diese wird von einer Solaranlage auf dem Dach unterstützt. Somit erfüllt das Haus der Pankower die strengen Kriterien eines Passivhauses.

Für die guten Energiewerte sorgen auch die typischen Schwedenfenster, die sich nach außen öffnen lassen und dreifach verglast sind. "Wenn ich im Winter mit dem Rücken zum Fenster sitze, spüre ich keine Zugluft oder Kälte. Wenn wir morgens die Vögel in unserem Garten singen hören wollen, müssen wir erst das Fenster öffnen, so still ist es im Haus", erklärt Müller.

Auch beim Thema Brandschutz haben Schwedenhaus-Liebhaber keine Bedenken. "Eine Versicherung für ein Schwedenhaus aus Holz ist nicht höher als für ein deutsches Massivsteinhaus", erklärt Petra Mösges, die vor acht Jahren nach Schweden ausgewandert ist und mehrere Jahre als Qualitätsbeauftragte für die Firma Rörvikshus gearbeitet hat: "Alle Materialien sind nach deutscher DIN-Norm geprüft. Sie werden ständig kontrolliert und unterliegen strengen Normen, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Schweden sehr hoch sind." Zudem würden spezielle Brandschutzwände eingebaut, wenn das Haus zum Beispiel an eine Garage grenze.

Mit ihrem Unternehmen "Exklusiv Schwedenhaus" vertreibt Petra Mösges heute Rörvikshäuser in Deutschland. "Ein originales Schwedenhaus wird in Schweden produziert und als Bausatz auf Lkw nach Deutschland gebracht", sagt Mösges: "Hier wird es mit Hilfe schwedischer Monteure zusammengesetzt." Die Bauzeit betrage im Durchschnitt sechs bis zwölf Wochen, wobei das Zusammenbauen der Außenwände samt schwedischer Bodenplatte inklusive Fußbodenheizung und Dämmung in der Regel in einer Woche fertig sei. "Wird ein Haus am Montag geliefert, müssen sich die Besitzer mit der Richtfest-Einladung beeilen. Es ist meist schon am Freitag fertig", sagt Aladomo-Geschäftsführer Sveen und schmunzelt.

Schnelle Montage

"Zu uns kamen die drei Laster aus Schweden Mitte Juli. Innerhalb von zwei Tagen stand unser Haus fertig im Rohbau, und das Dach war dicht", erinnert sich Anne Müller: "Nach drei Wochen war der Rohbau innen abgeschlossen, im Oktober sind wir eingezogen." Glaubt man Petra Mösges, ist das Leben im Schwedenhaus gut für die Gesundheit: "Das Klima ist angenehmer. Wenn ich meine Familie in Berlin besuche und wieder in einem Steinhaus bin, merke ich, dass meine Haut trocken wird, ich Halskratzen kriege und einen unruhigen Schlaf habe", sagt Mösges: "Also, in einem Steinhaus leben, das könnte ich nicht mehr!"