Haus

Tauwetter bringt Frostschäden zum Vorschein

Der sibirische Frost hat sich vorerst verabschiedet, doch die Hausbesitzer bangen: Die Kältewelle der vergangenen Wochen hat vielen Immobilien arg zugesetzt und wieder millionenfach Schäden verursacht.

Gesprengte Wasserleitungen, geplatzte Heizungsrohre, Kessel, Heizkörper oder Wärmepumpen seien "fast flächendeckend in ganz Deutschland" aufgetreten, berichtet Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Scharen von Gutachtern machten derzeit Überstunden, um die Probleme aufzunehmen. In den Frostwintern 2009 und 2010 mussten die Wohngebäude- und Hausratversicherer rund 4,7 Mrd. Euro für die insgesamt 2,9 Mio. Leitungswasserschäden zahlen.

"Es ist noch unklar, ob es noch schlimmer kommt als in den Rekordschadensjahren 2009 und 2010", sagt Lübke. Auch wenn die klirrende Kälte das Land diesmal nur gut zwei Wochen im eisigen Griff hatte: Sind Leitungen erst einmal eingefroren, folgt der Rohrbruch meist auf dem Fuß, sobald sich die Minusgrade verabschieden. Und jeden Winter überfällt betroffene Eigentümer das große Bibbern, wenn es um die Frage geht: Wer muss für die Frostschäden rund ums Haus eigentlich aufkommen?

In der Regel zahlt die Wohngebäudeversicherung, selbst Folgeschäden durch Frostbruch am Gebäude. Das gelte aber nur, wenn Leitungswasserschäden in der Police mitversichert sind, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV). Und wenn dem betroffenen Hausbesitzer keine Mitschuld nachgewiesen werden kann.

Schäden gering halten

Ist beides der Fall, sind Schäden am Haus selbst sowie an allen fest mit dem Gebäude verbundenen Bestandteilen abgedeckt. Dazu zählen neben Heizungs- und Sanitäranlagen auch verklebtes Parkett und die Einbauküche. Außerhalb des Hauses sind außerdem die Zuleitungsrohre der Wasserversorgung einbezogen, zum Beispiel, wenn das im Vorgarten verlegte Wasserrohr platzt. Wer jetzt nach dem Frost einen Schaden entdeckt, sollte sofort seinen Versicherer informieren. Läuft Leitungswasser aus, muss schnell der Haupthahn geschlossen werden. Die Betroffenen sind dazu verpflichtet, die Schäden so gering wie möglich zu halten. Auf Nummer sicher geht, wer die Problemstellen gleich fotografiert.