Urteil

Möbellager bringt keinen Steuerausgleich

Wer aus beruflichen Gründen umzieht, kann die dadurch entstehenden Kosten zumindest zum Teil von der Steuer absetzen. Es gibt auch Posten bei einem Wohnortwechsel, die davon ausgenommen sind. Wie der Infodienst Recht und Steuern der LBS berichtet, verweigerte es die Fachgerichtsbarkeit einem Betroffenen, die Kosten für die Einlagerung von Möbeln anzuerkennen (Finanzgericht München, AZ 8 K 461/10).

In dem Fall hatte ein Ehepaar seinen Familienwohnsitz von Deutschland nach England verlegt. Dabei konnte und wollte das Paar nicht alle Teile des Hausstandes mitnehmen - darunter diverse Elektrogeräte, die wegen der unterschiedlichen Stromversorgung im Ausland nicht zum Einsatz kommen konnten.

Das überflüssige Mobiliar lagerten die Betroffenen also ein, damit es in späteren Zeiten, bei einer Rückkehr nach Deutschland, wieder Verwendung finden könnte. Die Kosten dafür betrugen rund 1300 Euro. Sie wurden in der nächstfolgenden Steuererklärung geltend gemacht, was allerdings das Finanzamt nicht akzeptierte. Auch vor dem zuständigen Finanzgericht scheiterte das Ehepaar. Die "Einlagerungsaufwendungen", so hieß es in der Urteilsbegründung, seien rein privat motiviert, weil sich das Paar lediglich für den Fall einer Rückkehr die erneuten Anschaffungskosten sparen wolle. Von einer außergewöhnlichen Belastung im Sinne des Steuerrechts könne man nicht sprechen.

Anders sieht es aus, wenn Haustierbesitzer die Kosten für deren Betreuung steuerlich geltend machen wollen, denn das ist möglich. "Entsprechende Ausgaben werden als haushaltsnahe Dienstleistungen anerkannt", erklärt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler in Berlin. "Denn rechtlich werden Tiere wie Sachen behandelt." Voraussetzung sei aber, dass die Leistung im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht wird.

Das Problem für Hundebesitzer: "Es ist rechtlich unklar, ob die Kosten für den Hundesitter abgesetzt werden können, wenn er mit dem Tier im Park Gassi geht", erklärt Käding. Dem Finanzamt sollte darum mitgeteilt werden, welcher Anteil der Ausgaben auf die Spaziergänge entfällt. Diese Kosten würden dann eventuell nicht anerkannt.